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Kastenwagen, Teilintegriert, Integriert oder Alkoven: Wohnmobil-Typen im Vergleich
Kaufberatung

Kastenwagen, Teilintegriert, Integriert oder Alkoven: Wohnmobil-Typen im Vergleich

Schmal und alltagstauglich, geräumig und flach, wintertauglich mit eigenem Bug oder hoch mit Bett über dem Fahrerhaus: Hier vergleichst du die vier Wohnmobil-Typen mit echten Maßen, Gewichten und Preisen und findest heraus, welcher zu deinem Reisestil passt.

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Campuna-RedaktionRedaktion

Fachredakteur für Camping-Kaufberatung & Praxis

16.09.2026
Geprüft: 16.10.2026
5 Min.

Inhaltsverzeichnis

  1. Welche Wohnmobil-Typen gibt es?
  2. Wie unterscheiden sich die vier Wohnmobil-Typen im Vergleich?
  3. Wie sehen die vier Typen bei einem Hersteller aus?
  4. Kastenwagen oder Teilintegriert: Was passt besser zu dir?
  5. Was ist der Unterschied zwischen teilintegriert und vollintegriert?
  6. Für wen lohnt sich ein Alkoven-Wohnmobil?
  7. Campervan oder Kastenwagen: Wo liegt der Unterschied?
  8. Welcher Wohnmobil-Typ eignet sich für Winter und lange Reisen?
  9. Welcher Wohnmobil-Typ passt zu wem?
  10. Was gilt für Liner und Wohnmobile über 3,5 Tonnen?
  11. Unser Fazit: Wähle den Typ nach deinem Alltag, nicht nach der Bettenzahl
  12. Häufige Fragen
  13. Quellen & Transparenz
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Auf Campuna: Kastenwagen, Teilintegrierte, Integrierte und Alkoven

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Das Wichtigste in Kürze

Für alle, die zwischen Kastenwagen, Teilintegriertem, Integriertem und Alkoven schwanken: Diese fünf Unterschiede entscheiden über Alltag und Budget.

  • Kastenwagen sind laut promobil rund 2,05 m breit, Teil- und Vollintegrierte 2,30 bis 2,35 m. Die 25 bis 30 cm Unterschied spürst du in engen Ortsdurchfahrten und auf Parkplätzen.
  • Alkoven sind mit rund 3,0 bis 3,3 m die höchsten Wohnmobile. Laut ADAC verbrauchen sie 2 bis 3 Liter mehr und sind seitenwindempfindlicher, bieten dafür bis zu sechs Schlafplätze.
  • Teilintegrierte behalten das Serien-Fahrerhaus, Integrierte bekommen einen eigenen, gedämmten Bug. Das macht Integrierte wintertauglicher, aber schwerer und teurer.
  • Neu starten Kastenwagen laut CamperStyle bei 40.000 bis 45.000 Euro, Teilintegrierte und Alkoven bei rund 60.000 Euro, Integrierte bei 75.000 bis 80.000 Euro.
  • Bei vier Carado-Modellen mit 3.500 kg bleiben rechnerisch 601 kg (Integrierter) bis 783 kg (Teilintegrierter) für Mitfahrer, Gepäck, Wasser und Extras.

2,05 Meter breit und 2,58 Meter hoch oder 2,32 Meter breit und 3,14 Meter hoch: So weit liegen zwei Wohnmobile von Carado auseinander, die beide knapp 6 Meter lang sind. Das eine ist ein Kastenwagen, das andere ein Alkoven. Wer vor der Frage Kastenwagen oder Teilintegriert steht oder gleich alle vier Bauarten vergleicht, entscheidet also nicht nur über Wohnraum. Es geht um Parkplätze, Durchfahrtshöhen, Verbrauch, Wintertauglichkeit und darum, wie viel du bei 3,5 Tonnen noch zuladen darfst.

Die vier Grundtypen unterscheiden sich vor allem an der Front. Beim Kastenwagen bleibt die Blechkarosserie des Transporters, beim Teilintegrierten das Serien-Fahrerhaus mit einem Aufbau dahinter. Der Integrierte bekommt einen eigenen Bug, der Alkoven eine Schlafnase über dem Fahrerhaus.

Hier findest du eine große Vergleichstabelle, Herstellerdaten der vier Typen nebeneinander und eine Entscheidungshilfe für Paare, Familien, Alltagsfahrer und Wintercamper, dazu Campervan und Liner im Kurzporträt. Grundlage sind Datenblätter von Carado sowie ADAC, PiNCAMP by ADAC, promobil und der Touring Club Schweiz (Stand Oktober 2026).

Welche Wohnmobil-Typen gibt es?

Es gibt vier Grundtypen: Kastenwagen, Teilintegrierte, Integrierte (auch vollintegriert genannt) und Alkoven. Am kleinen Ende steht der Campervan ohne festes Bad, am großen Ende der Liner auf schwerem Fahrgestell.

Die Einteilung folgt der Bauweise, nicht dem Grundriss.promobil trennt ausgebaute Transporter von aufgebauten Mobilen, deren Wohnaufbau aus Sandwichplatten besteht:

  • Kastenwagen: Ein Transporter wie Fiat Ducato, Citroën Jumper oder Peugeot Boxer wird innen ausgebaut, die Blechhülle bleibt. promobil nennt ihn auch Campingbus mit Bad, weil er anders als der kleine Campervan ein Sanitärabteil und feste Stehhöhe hat.
  • Teilintegrierter: Das Fahrerhaus des Basisfahrzeugs bleibt original, dahinter sitzt ein breiterer Wohnaufbau mit flachem Dach. Ein Hubbett über der Sitzgruppe gibt es oft als Option.
  • Integrierter: Vom Basisfahrzeug bleiben laut promobil nur Fahrgestell, Motor, Getriebe und Achsen. Die Front mit großer Panoramascheibe baut der Wohnmobilhersteller selbst, meist mit Hubbett im Bug.
  • Alkoven: Über dem Serien-Fahrerhaus ragt eine Schlafnase nach vorn. Darin liegt ein Doppelbett, das du nie umbauen musst.

Welche Betten, Bäder und Sitzgruppen in diesen Hüllen stecken, erklärt der Ratgeber Wohnmobil-Grundrisse.

Wie unterscheiden sich die vier Wohnmobil-Typen im Vergleich?

Kastenwagen sind am schmalsten und im Alltag am handlichsten, Alkoven am höchsten und mit den meisten Betten. Teilintegrierte liegen dazwischen, Integrierte punkten im Winter und kosten neu am meisten. Die Tabelle fasst die typischen Spannen aus Fachpresse und Herstellerdaten zusammen.

Wohnmobil-Typen im Vergleich: typische Werte (Stand Oktober 2026)

KriteriumKastenwagenTeilintegriertIntegriertAlkoven
Länge5,40 bis 6,40 mrund 6,00 bis 7,50 mmeist 6,30 bis 7,00 mrund 6 bis 7 m
Breite1,95 bis 2,05 m2,25 bis 2,35 m2,30 bis 2,35 mrund 2,30 bis 2,35 m
Höheab rund 2,58 m, meist unter 3 mmeist unter 2,90 mrund 2,85 bis 2,90 mrund 3,00 bis 3,30 m
Gewichtsklasse (zulässige Gesamtmasse)ab 3.300 kg, oft 3,5 tab 3.300 kg, die meisten bis 3,5 tab 3,5 t, nicht selten darüberab 3,5 t, große Modelle darüber
Feste Betten2, mit Aufstelldach oder Hochdach bis 42, mit Hubbett 4meist 4 dank Hubbett im Bug4 bis 6
Fahrverhalten und Windtransporterähnlich, relativ wendig, windschnittiger als Teilintegrierteniedriger Schwerpunkt, flaches Dach, weniger seitenwindanfällig als ein AlkovenFrontscheibe fast 2 m weiter vorn, anfangs ungewohnt, danach ähnlich wendig wie ein Teilintegrierterhoher Schwerpunkt, wankt stärker, seitenwindempfindlich, 2 bis 3 Liter Mehrverbrauch
Wintertauglichkeiteingeschränkt, Blechkarosserie kühlt schnell ausWohnraum gut, Fahrerhaus schwach isoliertam besten: gedämmter Bug, doppelbödiger Aufbauwintertauglich, Fahrerhaus oft abtrennbar
Stauraumbegrenzt, vor allem unter dem Heckbettdeutlich mehr, oft Heckgarageüppig, oft Stauraum im Doppelbodenviel, Heckgarage und Zusatzschränke
Alltag und Parkplatzkompakt, bedingt alltagstauglicheher Freizeitfahrzeug, Parkplatzsuche schwierigereher nicht alltagstauglichnicht alltagstauglich, Höhe bei Brücken und Tunneln beachten
Neupreis typischEinstieg 40.000 bis 45.000 Euro, meist 50.000 bis 75.000 Euroab rund 60.000 Euro, Volumen bis 85.000 bis 90.000 Euroab 75.000 bis 80.000 Euro, üblich 90.000 bis 150.000 Euroab rund 60.000 Euro, über 100.000 Euro keine Ausnahme
Gebraucht (Richtwerte)Campingbus laut ADAC 20.000 bis 40.000 Eurolaut ADAC 25.000 bis 35.000 Eurolaut CamperStyle rund 27.000 bis 36.000 Eurolaut ADAC 20.000 bis 30.000 Euro für gute Gebrauchte
Maße und Eigenschaften stammen vom [TCS](https://www.tcs.ch/de/camping-reisen/camping-insider/ratgeber/reisevorbereitung/welcher-camper-passt-zu-mir.php), von promobil, ADAC und PiNCAMP, die Neupreise aus einer Marktübersicht von [CamperStyle](https://camperstyle.de/wohnmobil-kaufen-2026-was-es-wirklich-kostet-und-worauf-du-beim-preisvergleich-achten-musst-423939/) vom 30.09.2026. Das sind meist Listenpreise ohne Pakete und Überführung, einzelne Modelle weichen ab.

Wie sehen die vier Typen bei einem Hersteller aus?

Bei Carado, das alle vier Typen baut, ist der Alkoven 56 cm höher als der Kastenwagen, und der Integrierte kostet rund 27.000 Euro mehr. Alle vier Modelle haben 3.500 kg zulässige Gesamtmasse, die Reserve für Zuladung unterscheidet sich aber deutlich.

Vier Typen, ein Hersteller: Carado-Modelle laut Datenblatt (abgerufen am 27.10.2026)

WertCV600 (Kastenwagen, Peugeot)T135 (Teilintegriert, Citroën)I338 (Integriert, Fiat)A132 PRO (Alkoven, Fiat)
Länge5,99 m5,96 m6,99 m5,96 m
Breite2,05 m2,32 m2,32 m2,32 m
Höhe2,58 m2,90 m2,90 m3,14 m
Innen- oder Stehhöhe laut Hersteller1,90 m2,10 m2,10 m1,95 m
Masse in fahrbereitem Zustand2.756 kg2.717 kg2.899 kg2.837 kg
Zulässige Gesamtmasse3.500 kg3.500 kg3.500 kg3.500 kg
Rechnerische Reserve744 kg783 kg601 kg663 kg
Sitzplätze4444
Schlafplätze2 bis 32 bis 4 mit Option44
Grundpreis49.249 Euro57.899 Euro76.699 Euro61.499 Euro
Drei Dinge fallen auf. Teilintegrierter, Integrierter und Alkoven sind gleich breit, nur der Kastenwagen bleibt 27 cm schmaler. Beim Alkoven macht die Schlafnase den Unterschied: Er ist 24 cm höher als der gleich lange Teilintegrierte. Und die Reserve schwankt um 182 kg, trotz gleicher Gewichtsklasse.

Die rechnerische Reserve ist die zulässige Gesamtmasse minus die Masse in fahrbereitem Zustand. Darin steckt laut Carado das Grundfahrzeug mit Serienausstattung plus pauschal 75 kg für den Fahrer. Mitfahrer, Gepäck, Wasser und jede Sonderausstattung gehen noch ab. Carado zeigt neben dem Grundpreis bei vielen Modellen außerdem einen niedrigeren Ab-Preis.

Faustformel für Einsteiger

Addiere alle festen Fixkosten eines Jahres (Steuer + Versicherung + TÜV/Gas + Stellplatz) und teile sie durch die Anzahl der geplanten Urlaubsnächte. Liegt dieser Wert über der Tagesmiete, fährst du mit der Miete wirtschaftlich besser!

Kastenwagen oder Teilintegriert: Was passt besser zu dir?

Der Kastenwagen passt, wenn du kompakt reisen und das Fahrzeug auch im Alltag nutzen willst. Der Teilintegrierte passt, wenn dir Wohnraum, längere Betten und Stauraum wichtiger sind als ein leichter Parkplatz. Bei Carado liegen zwischen CV600 und T135 rund 8.650 Euro Grundpreis.

Für den Kastenwagen spricht laut promobil vor allem seine Handlichkeit:

  • Schmaler Körper: Mit etwa 2,05 m ist er 25 bis 30 cm schmaler als Teil- oder Vollintegrierte. In engen Ortsdurchfahrten, Baustellen und auf normalen Parkplätzen merkst du das sofort.
  • Niedrigere Kosten im Betrieb: Kastenwagen verbrauchen laut promobil weniger, zahlen oft geringere Platzgebühren und sind günstiger zu versichern.
  • Hecktüren: Sperriges lädst du von hinten direkt in den Stauraum unter dem Bett.

Dagegen sprechen die Grenzen der Blechhülle:

  • Kürzere Betten: Ein Querbett im Kastenwagen ist laut promobil meist deutlich kürzer als zwei Meter, Einzelbetten erreichen diese Länge selten.
  • Temperatur: Die Blechkarosserie kühlt im Winter rasch aus und heizt sich im Sommer schnell auf.
  • Gewicht im Alltag: Wo Gehwegparken erlaubt ist, gilt das laut promobil nur für Fahrzeuge bis 2,8 t. Ausgebaute Kastenwagen liegen oft darüber.

Der Teilintegrierte spielt seine Stärken innen aus. Die senkrechten Aufbauwände bringen laut promobil mehr Stauraum, häufig gibt es eine Heckgarage für Fahrräder. Betten mit zwei Metern Länge sind im aufgebauten Wohnmobil üblich, und der Sandwichaufbau isoliert besser als Blech.

Der ADAC lobt außerdem das flache Dach und den niedrigen Schwerpunkt, die für wenig Luftwiderstand und gute Kurvenlage sorgen. Dafür sind Teilintegrierte laut ADAC überwiegend Freizeitfahrzeuge, die Parkplatzsuche fällt schwerer, und Anschaffung, Unterhalt und Versicherung kosten mehr.

Was ist der Unterschied zwischen teilintegriert und vollintegriert?

Beim Teilintegrierten bleibt das Fahrerhaus des Transporters erhalten, beim Vollintegrierten ersetzt ein eigener, gedämmter Bug mit großer Frontscheibe das Fahrerhaus. Von außen sind beide fast gleich groß, im Alltag unterscheiden sie sich bei Winter, Betten, Wartung und Preis.

  • Fahrerhaus und Winter: Im Teilintegrierten ist das Serien-Fahrerhaus laut ADAC schlecht isoliert. Es heizt sich im Sommer auf und kühlt ohne Sonne schnell aus, der TCS empfiehlt bei Minusgraden eine Isoliermatte. Integrierte haben laut promobil einen gedämmten Bug und doppelt verglaste Seitenfenster. Gegen die Kältebrücke der großen Frontscheibe rät der TCS trotzdem zur Isoliermatte.
  • Betten: Integrierte haben meist ein Hubbett im Bug, die Sitzgruppe bleibt laut promobil auch bei abgesenktem Bett nutzbar. Im Teilintegrierten hängt das optionale Hubbett über der Sitzgruppe und kostet laut promobil bis zu 1.600 Euro Aufpreis. Alle Vor- und Nachteile findest du im Ratgeber Hubbett im Wohnmobil.
  • Fahrgefühl: Im Integrierten sitzt die Frontscheibe laut TCS fast 2 m weiter vorn. Das ist auf den ersten Kilometern ungewohnt, danach fährt er ähnlich wendig wie ein Teilintegrierter.
  • Wartung: An den Motor kommst du im Integrierten laut PiNCAMP meist deutlich schwerer heran. PiNCAMP rät, höhere Folgekosten einzukalkulieren.
  • Gewicht: Ein Integrierter wiegt laut TCS meist 75 bis 100 kg mehr als ein vergleichbarer Teilintegrierter. Die 3,5 t werden laut PiNCAMP nicht selten überschritten.
  • Preis: Bei Carado kostet der 6,99 m lange Integrierte I338 ab 73.699 Euro, der fast gleich lange Teilintegrierte T328 ab 59.199 Euro, beide auf Fiat und zu den aktuellen Ab-Preisen. Das sind rund 14.500 Euro Unterschied.

Für dich heißt das: Für Sommerreisen mit Blick aufs Budget reicht der Teilintegrierte. Bist du oft bei Kälte oder lange am Stück unterwegs, bietet der Integrierte mehr Komfort für spürbar mehr Geld.

Für wen lohnt sich ein Alkoven-Wohnmobil?

Ein Alkoven-Wohnmobil lohnt sich vor allem für Familien, die viele feste Schlafplätze zu einem moderaten Preis suchen. Im Gegenzug nimmst du mehr Höhe, mehr Verbrauch und mehr Seitenwind in Kauf.

Die Schlafnase hat einen klaren Vorteil: Das Bett ist immer fertig, und weil es über dem Fahrerhaus liegt, bleibt laut ADAC mehr Platz für Schränke, Küche, Bad und eine größere Heckgarage. Das Alkovenbett sollte laut ADAC mindestens 2,00 m lang und etwa 1,50 m breit sein, mit mindestens 70 cm Kopffreiheit, besser 78 cm. Zusammen mit Heck- oder Etagenbetten kommen Alkoven auf bis zu sechs Schlafplätze.

Die Nachteile hängen fast alle mit der Höhe zusammen:

  • Durchfahrten: Mit rund 3 bis 3,3 m musst du bei Brücken, Tunneln und Unterführungen genauer hinschauen als mit einem Teilintegrierten.
  • Verbrauch: Der größere Luftwiderstand kostet laut ADAC etwa 2 bis 3 Liter mehr als ein Wohnmobil ohne Alkoven.
  • Fahrverhalten: Der hohe Schwerpunkt lässt den Aufbau bei Ausweichmanövern stärker wanken, auf Brücken spürst du Seitenwind deutlich. Ein Sicherheitstraining für Wohnmobile hilft laut ADAC, das Fahrzeug besser kennenzulernen.

Achtung bei Anhängelast & Stützlast

Prüfe vorab Feld O.1 (gebremste Anhängelast) und Feld 13 (Stützlast) im Fahrzeugschein deines Autos. Die tatsächliche Masse des beladenen Wohnwagens darf die eingetragene Anhängelast unter keinen Umständen übersteigen.

Campervan oder Kastenwagen: Wo liegt der Unterschied?

Ein Campervan ist ein kompakter Campingbus meist ohne festes Bad, oft mit Aufstelldach. Ein Kastenwagen ist ein größerer ausgebauter Transporter mit Bad und fester Stehhöhe. Im Handel verschwimmen die Begriffe, Carado nennt seine Kastenwagen-Baureihe zum Beispiel Camper Van.

Der klassische Vertreter des Campervans ist der VW-Bus, der Bulli. promobil beschreibt den Kompakt-Campingbus so:

  • Maße: 4,80 bis 5,40 m lang, 1,80 bis 1,90 m breit und im besten Fall unter 2 m hoch. Dann ist er laut promobil parkhaustauglich.
  • Gewicht und Preis: zulässige Gesamtmasse ab etwa 2.700 kg, neu ab rund 45.000 Euro.
  • Schlafen: Die Rückbank wird zum Bett, mit einem Dachbett im Aufstelldach sind bis zu vier Schlafplätze möglich. Stehhöhe gibt es nur bei aufgestelltem Dach.
  • Saison: Laut promobil ist er ein Fahrzeug fürs Sommerhalbjahr, nicht für den Winter.

Der ADAC sieht im Campingbus ein Fahrzeug, das ein Auto ersetzen kann: Er fährt sich fast wie ein Pkw, verbraucht weniger als ein Teilintegrierter und ist auf Fähren meist günstiger. Das Aufstelldach musst du vor dem Schlafen aufrichten, und im Winter entweicht dort laut promobil die Wärme nach oben.

Der Kastenwagen ist die nächste Stufe: ab 5,40 m lang, mit Bad und Stehhöhe auch ohne Aufstelldach. Ein optionales Aufstelldach macht ihn laut promobil bedingt familientauglich. Die Regeln fürs Übernachten außerhalb von Campingplätzen findest du im Ratgeber kostenlose Stellplätze für Wohnmobile.

Welcher Wohnmobil-Typ eignet sich für Winter und lange Reisen?

Am wintertauglichsten sind Integrierte, auch Alkoven gelten als wintertauglich. Teilintegrierte schwächeln am Fahrerhaus, Kastenwagen und Campervans sind eher für die warme Jahreszeit gebaut. Für lange Reisen zählen außerdem Stauraum und Zuladung.

Im Winter helfen vor allem ein gedämmter Bug oder ein abtrennbares Fahrerhaus und ein Doppelboden, der laut promobil Wasser, Gas und Elektrik vor Frost schützt. Integrierte bringen beides häufig mit, beim Alkoven lässt sich das Fahrerhaus oft abschotten. Im Teilintegrierten helfen eine Isoliermatte und der vom ADAC empfohlene Vorhang zum Fahrerhaus.

Beim Kastenwagen gehen die Einschätzungen auseinander. promobil sieht selbst mit Zusatzoptionen nur eine eingeschränkte Wintertauglichkeit. Der TCS hält gut ausgebaute Modelle mit serienmäßiger Heizung und Warmwasser dagegen für ganzjährig nutzbar. Am Ende entscheidet der konkrete Ausbau, frag deshalb nach Isolierung, Heizleistung und frostgeschützten Wassertanks. Was eine Dieselheizung im Wohnmobil leistet, erklären wir separat.

Für lange Touren bieten Integrierte und Alkoven viel Stauraum, stoßen bei 3,5 t aber schneller an die Gewichtsgrenze: Im Carado-Vergleich bleiben dem Integrierten 601 kg und dem Alkoven 663 kg Reserve, dem Teilintegrierten 783 kg. Tipps für die kalte Jahreszeit findest du im Ratgeber Wintercamping in Deutschland.

Welcher Wohnmobil-Typ passt zu wem?

Paare fahren mit Kastenwagen oder Teilintegriertem gut, Familien mit dem Alkoven, Alltagsfahrer mit dem Campervan und Wintercamper mit dem Integrierten. Wer nur Klasse B hat, achtet bei jedem Typ zuerst auf die 3,5 t.

Entscheidungshilfe: Welcher Wohnmobil-Typ passt zu wem?

SituationPassender TypWarumWorauf achten
Paar, viel unterwegs, auch in StädtenKastenwagenschmal, handlich, bedingt alltagstauglichBettlänge, Wintertauglichkeit des Ausbaus
Paar mit KomfortanspruchTeilintegrierter2-Meter-Betten, mehr Stauraum, oft HeckgarageParkplatz, Fahrerhaus im Winter
Familie mit zwei bis drei KindernAlkoven4 bis 6 feste Schlafplätze, viel StauraumHöhe, Verbrauch, eingetragene Sitzplätze
Familie, die tagsüber Platz willIntegrierter oder Teilintegrierter mit HubbettHubbett statt Umbau der SitzgruppeZuladung mit vier Personen, Preis
Alltag und Stadt, Ersatz für das AutoCampervanunter 2 m möglich, fährt sich fast wie ein Pkwwenig Stauraum, eher Sommerfahrzeug
Langzeitreise und WinterIntegriertergedämmter Bug, Doppelboden, üppiger Stauraumoft über 3,5 t, höchster Neupreis
Fahrer mit Klasse B und 3,5 tKastenwagen oder Teilintegrierterim Carado-Vergleich die größte Reserve (744 und 783 kg)Masse fahrbereit darf 5 Prozent abweichen, Extras mitrechnen
Mit Klasse B fährst du Wohnmobile bis 3.500 kg zulässige Gesamtmasse, maßgeblich ist laut ADAC Feld F.2 in den Papieren. Die EU-Führerscheinrichtlinie (EU) 2025/2205 erweitert die Klasse B nach einer Schulung oder Prüfung auf Wohnmobile bis 4.250 kg. Anwendbar ist sie aber erst ab dem 26.11.2029, bis dahin bleibt es bei 3.500 kg.

Was gilt für Liner und Wohnmobile über 3,5 Tonnen?

Liner sind die Oberklasse der Integrierten auf großem Fahrgestell und liegen deutlich über 3,5 t. Mit Klasse B darfst du sie nicht fahren. Bis 7.500 kg brauchst du laut promobil die Klasse C1, darüber die Klasse C.

promobil zählt Liner ab rund 8 m Länge, oft mit Slide-outs und teils mit einer Garage für einen Kleinwagen. Wie groß die Spanne ist, zeigen die Luxusmodelle 2026: Der Niesmann + Bischoff Arto 84 ist laut promobil 8,45 m lang, hat 5,5 t Gesamtgewicht und kostet ab 158.990 Euro. Der Carthago Chic S-plus liegt bei 5,6 bis 6,7 t, der Concorde Carver in der 7,5-Tonnen-Klasse.

Über 3,5 t ändert sich mehr als der Führerschein:

  • Tempo: Für Wohnmobile über 3,5 bis 7,5 t gelten laut promobil außerorts 80 km/h und auf der Autobahn 100 km/h.
  • Maut: In Österreich brauchst du über 3,5 t die GO-Box statt der Vignette. In der Schweiz zahlst du die Schwerverkehrsabgabe PSVA mit 3,25 CHF pro Tag, mindestens 25 CHF.
  • Reform: Die EU-Regel bis 4.250 kg hilft leicht aufgelasteten Modellen, Linern nicht.

Manche normalen Baureihen lassen sich auflasten, Carado bietet für den T135 zum Beispiel 3.650 kg an. Dann reicht Klasse B nicht mehr. Welche Fahrerlaubnis du für welches Gewicht brauchst, steht im Ratgeber zum Wohnmobil-Führerschein.

Unser Fazit: Wähle den Typ nach deinem Alltag, nicht nach der Bettenzahl

Die Frage Kastenwagen oder Teilintegriert entscheidest du am besten über deinen Alltag. Willst du das Fahrzeug auch in der Stadt und zwischen den Reisen nutzen, ist der schmale Kastenwagen die bessere Wahl. Reist ihr zu zweit mit Komfortanspruch und viel Gepäck, passt der Teilintegrierte. Familien mit mehreren Kindern bekommen im Alkoven die meisten festen Betten, Wintercamper und Langzeitreisende im Integrierten den am besten gedämmten Aufbau.

Prüf vor jeder Besichtigung Breite, Höhe, zulässige Gesamtmasse und Masse in fahrbereitem Zustand, damit Typ, Führerschein und Zuladung zusammenpassen. Passt keiner der vier Typen zu deinen Plänen, lohnt ein Blick auf unseren Vergleich von Wohnwagen und Wohnmobil. Gebrauchte und neue Fahrzeuge aller Bauarten findest du in der Kategorie Wohnmobile und Camper.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Passt ein Kastenwagen in ein Parkhaus?
Meist nicht. Kastenwagen sind laut TCS ab rund 2,58 m hoch und damit deutlich höher als der kompakte Campingbus, den promobil erst unter 2 m als parkhaustauglich einstuft. Einige Campingbusse mit Aufstelldach schaffen diese Höhe. Achte vor jeder Einfahrt auf die angeschriebene Durchfahrtshöhe und kenne die Höhe deines Fahrzeugs inklusive Dachaufbauten wie Klimaanlage oder Solarmodulen.
Wie hoch ist ein Alkoven-Wohnmobil?
Meist rund 3,00 bis 3,30 m. Der TCS nennt 3 bis 3,2 m, der ADAC spricht von 3,30 m oder mehr, während andere Wohnmobil-Typen meist bis 2,80 m bleiben. Der kompakte Carado A132 PRO ist laut Datenblatt 3,14 m hoch, der gleich lange Teilintegrierte T135 nur 2,90 m. Prüf vor der Reise Brücken- und Tunnelhöhen auf deiner Route.
Welcher Wohnmobil-Typ ist am günstigsten?
Neu ist es meist der Kastenwagen. CamperStyle sieht den Einstieg bei 40.000 bis 45.000 Euro, bei Carado kostet der CV600 49.249 Euro Grundpreis. Teilintegrierte und Alkoven beginnen bei rund 60.000 Euro, Integrierte bei 75.000 bis 80.000 Euro. Gebraucht nennt der ADAC für gute Alkoven 20.000 bis 30.000 Euro und für Teilintegrierte 25.000 bis 35.000 Euro.
Kann man mit einem Kastenwagen im Winter campen?
Ja, mit Abstrichen. promobil stuft Kastenwagen als eingeschränkt wintertauglich ein, weil die Blechkarosserie schnell auskühlt und bei einem Aufstelldach Wärme nach oben entweicht. Der TCS hält gut ausgebaute Modelle mit serienmäßiger Heizung und Warmwasser für ganzjährig nutzbar. Achte auf Isolierung, Heizleistung und frostgeschützte Wassertanks und plane Thermomatten für die Fenster ein.
Ist ein vollintegriertes Wohnmobil schwerer als ein teilintegriertes?
In der Regel ja. Der TCS nennt 75 bis 100 kg Mehrgewicht gegenüber einem vergleichbaren Teilintegrierten, laut PiNCAMP überschreiten Integrierte nicht selten 3,5 t. Bei Carado wiegt der 6,99 m lange I338 in fahrbereitem Zustand 2.899 kg. Mit vier Personen bleibt in der 3,5-Tonnen-Klasse deshalb oft wenig Zuladung, rechne vor dem Kauf genau nach.

Quellen & Transparenz

  1. TCS Touring Club Schweiz: Welcher Camper passt zu mir?
  2. promobil: Grundwissen Wohnmobil-Aufbauarten, welches passt zu mir? (10.04.2024)
  3. promobil: Wohnmobil oder Kastenwagen? Alle Unterschiede, Vor- und Nachteile (02.05.2026)
  4. ADAC: Vergleich, Campingbus oder teilintegriertes Wohnmobil? (20.05.2026)
  5. ADAC: Wohnmobil mit Alkoven, Vor- und Nachteile (18.06.2026)
  6. PiNCAMP by ADAC: Vollintegriertes Wohnmobil, Vor- und Nachteile (01.03.2024)
  7. Carado: Modellübersicht und technische Daten von CV600, T135, I338 und A132 PRO (abgerufen 27.10.2026)
  8. CamperStyle: Wohnmobil kaufen 2026, was es wirklich kostet (30.09.2026)
  9. promobil: Luxus-Wohnmobile 2026, vom Alkoven bis zum Megaliner (12.08.2025)
  10. promobil: Verkehrsregeln mit dem Wohnmobil im Straßenverkehr (06.05.2019)
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