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Führerschein B96: Kosten, Ablauf und wann du ihn brauchst
Camping-Praxis & Technik

Führerschein B96: Kosten, Ablauf und wann du ihn brauchst

Mit der Schlüsselzahl 96 fährst du schwerere Wohnwagen und Anhänger, ganz ohne Prüfung. Hier erfährst du, ob dein Gespann sie braucht, was sie kostet und wie du sie in wenigen Wochen in deinen Führerschein bekommst.

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Campuna-RedaktionRedaktion

Fachredakteur für Camping-Kaufberatung & Praxis

25.10.2026
Geprüft: 26.10.2026
5 Min.

Inhaltsverzeichnis

  1. Was ist der Führerschein B96?
  2. Wann brauchst du B96 wirklich?
  3. Was kostet der Führerschein B96?
  4. Wie läuft die B96-Schulung ab?
  5. Wie kommt die 96 in deinen Führerschein?
  6. B96 oder BE: Was ist die bessere Wahl?
  7. Ändert die EU-Führerscheinreform etwas an B96?
  8. Welche Fehler passieren beim Führerschein B96 am häufigsten?
  9. Was droht, wenn du ohne B96 fährst?
  10. Wie fährst du nach der Schulung sicher mit dem schweren Gespann?
  11. Unser Fazit: B96 ist der günstigste Weg zum größeren Wohnwagen
  12. Häufige Fragen
  13. Quellen & Transparenz
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Das Wichtigste in Kürze

Für alle, die einen Wohnwagen, Pferde- oder Bootsanhänger ziehen wollen: So prüfst du, ob du B96 brauchst, und bekommst die 96 schnell eingetragen.

  • B96 gilt, wenn Auto und Anhänger zusammen mehr als 3.500 kg und höchstens 4.250 kg zulässige Gesamtmasse haben.
  • Es zählt die zulässige Gesamtmasse aus den Fahrzeugpapieren, nicht das Leergewicht und nicht das, was das Gespann gerade wiegt.
  • Die Schulung dauert mindestens 7 Stunden, oft an einem Tag. Eine Prüfung gibt es nicht, nur eine Teilnahmebescheinigung.
  • Fahren darfst du erst, wenn die 96 in deinem neuen Führerschein steht. Bis die Karte kommt, vergehen oft 2 bis 3 Wochen.
  • B96 erhöht nicht die Anhängelast deines Autos. Feld O.1 im Fahrzeugschein bleibt die Grenze, egal welcher Führerschein.

Ein Wohnwagen mit 1.500 kg hinter einem SUV mit 2.300 kg: Zusammen sind das 3.800 kg zulässige Gesamtmasse, und damit ist die Klasse B am Ende. Genau für diese Lücke gibt es den Führerschein B96. Mit der Schlüsselzahl 96 fährst du Gespanne bis 4.250 kg, ohne Prüfung und meist nach nur einem Tag in der Fahrschule.

Viele Camper merken erst beim Kauf eines größeren Wohnwagens, dass ihr Führerschein nicht mehr reicht. Andere machen B96 vorsorglich und hätten ihn gar nicht gebraucht. Beides lässt sich mit einer einfachen Rechnung vermeiden.

In diesem Ratgeber erfährst du, wann du B96 wirklich brauchst, wie du das mit deinem Fahrzeugschein in zwei Minuten prüfst, was die Schulung kostet, wie sie abläuft und wie die 96 in deinen Führerschein kommt. Dazu klären wir, ob B96 oder BE die bessere Wahl ist und was die neue EU-Führerscheinreform ändert. Alle Angaben haben wir mit der Fahrerlaubnis-Verordnung, dem ADAC und den Seiten der Fahrerlaubnisbehörden abgeglichen.

Was ist der Führerschein B96?

B96 ist keine eigene Führerscheinklasse, sondern die Klasse B mit der Schlüsselzahl 96. Sie erlaubt dir, mit einem Pkw einen Anhänger über 750 kg zu ziehen, wenn das Gespann mehr als 3.500 kg und höchstens 4.250 kg zulässige Gesamtmasse hat.

Die Regel steht in der Fahrerlaubnis-Verordnung (FeV), die Schulung ist in Anlage 7a FeV genau beschrieben. Der ADAC bringt es auf den Punkt: Die Schlüsselzahlen sind der Klasse B untergeordnet. Du bekommst also keine neue Klasse, sondern einen Zusatz in deinem bestehenden Führerschein.

Damit liegt B96 genau zwischen der normalen Klasse B und dem Anhängerführerschein BE:

Klasse B, B96 und BE im Vergleich

KriteriumKlasse BB96BE
Anhänger (zulässige Gesamtmasse)bis 750 kg, schwerer nur bei einem Gespann bis 3.500 kgüber 750 kgbis 3.500 kg
Gespann gesamtbis 3.500 kg (mit Anhänger bis 750 kg auch mehr)über 3.500 bis 4.250 kgbis 7.000 kg
Ausbildungkeine zusätzlicheSchulung, mindestens 7 StundenFahrstunden, darunter 5 Pflichtstunden
Prüfungkeine zusätzlichekeinepraktische Prüfung
Kostenkeine zusätzlichenrund 350 bis 550 Eurorund 1.000 bis 1.750 Euro
Mindestalter18, mit Begleitetem Fahren 1718, mit Begleitetem Fahren 1718, mit Begleitetem Fahren 17
Wichtig ist das kleine Wort *zulässig*. Für den Führerschein zählt die zulässige Gesamtmasse aus den Papieren. Das tatsächliche Gewicht oder die Zuladung spielen laut ADAC keine Rolle. Ein Wohnwagen mit 1.500 kg zulässiger Gesamtmasse zählt also mit 1.500 kg, auch wenn er leer nur 1.150 kg wiegt.

Wann brauchst du B96 wirklich?

Du brauchst B96, sobald dein Anhänger mehr als 750 kg zulässige Gesamtmasse hat und Zugfahrzeug plus Anhänger zusammen über 3.500 kg, aber höchstens bei 4.250 kg liegen. Ob das so ist, steht in den Zulassungsbescheinigungen beider Fahrzeuge. Raten musst du also nicht.

So prüfst du es in drei Schritten

  1. 1. Zugfahrzeug nachsehen: Such in der Zulassungsbescheinigung Teil I (Fahrzeugschein) dein Auto im Feld F.2. Das ist die zulässige Gesamtmasse in Deutschland.
  2. 2. Anhänger nachsehen: Nimm auch beim Wohnwagen oder Anhänger das Feld F.2. Liegt der Wert bei 750 kg oder darunter, reicht Klasse B immer.
  3. 3. Beide Werte addieren: Bis 3.500 kg reicht Klasse B. Von 3.501 bis 4.250 kg brauchst du B96. Über 4.250 kg brauchst du BE.

Prüf danach noch die Anhängelast deines Autos in Feld O.1. Sie hat mit dem Führerschein nichts zu tun, ist aber eine eigene, harte Grenze. Ein Auto mit 1.500 kg Anhängelast darf keinen beladenen Wohnwagen mit 1.700 kg ziehen, auch wenn du BE hast. Wie viel dein Gespann beladen tatsächlich wiegen darf, rechnest du am schnellsten mit dem Zuladungsrechner aus.

Typische Gespanne im Überblick

Typische Gespanne und der passende Führerschein (Beispielwerte)

GespannZugfahrzeugAnhängerSummeFührerschein
Kompaktwagen und kleiner Wohnwagen1.900 kg1.200 kg3.100 kgKlasse B
Kombi und Bootsanhänger2.100 kg1.300 kg3.400 kgKlasse B
Kombi und Familienwohnwagen2.200 kg1.500 kg3.700 kgB96
SUV und großer Wohnwagen2.500 kg1.700 kg4.200 kgB96
Wohnmobil und Anhänger2.700 kg1.000 kg3.700 kgB96
Wohnmobil und Anhänger bis 750 kg3.500 kg750 kg4.250 kgKlasse B
Wohnmobil und schwerer Anhänger3.500 kg1.000 kg4.500 kgBE
SUV und Pferdeanhänger2.300 kg2.000 kg4.300 kgBE
Ein Muster fällt auf: Mit einem Familienwohnwagen ab etwa 1.400 kg und einem größeren Kombi oder SUV landest du fast immer im B96-Bereich. Viele Familienautos haben allein schon über 2.000 kg zulässige Gesamtmasse. Beim Pferdeanhänger reicht B96 dagegen oft nicht, weil schon der Anhänger 2.000 kg erreicht. Und beim Wohnmobil entscheidet der Anhänger: Bis 750 kg genügt Klasse B, darüber wird es bei einem voll ausgelasteten 3,5-Tonner gleich BE.

Tipp:

Liegt dein Gespann knapp über einer Grenze, kannst du über eine Ablastung nachdenken. Viele Wohnwagen lassen sich mit Herstellerfreigabe auf eine geringere zulässige Gesamtmasse eintragen, zum Beispiel von 1.500 auf 1.300 kg. Dann sinkt aber auch die Zuladung, und mit Vorzelt, Mover und Gepäck wird es schnell eng. Für die meisten ist B96 die entspanntere Lösung.

Was kostet der Führerschein B96?

Rechne mit rund 350 bis 550 Euro für alles. Den größten Teil macht die Schulung in der Fahrschule aus, die laut PiNCAMP by ADAC 300 bis 500 Euro kostet. Dazu kommen die Gebühr der Fahrerlaubnisbehörde für den neuen Führerschein und ein biometrisches Passbild. Prüfungsgebühren fallen nicht an, weil es keine Prüfung gibt.

Kosten für den Führerschein B96

PostenBetragHinweis
Fahrerschulung in der Fahrschule300 bis 500 Euroje nach Region und Fahrschule, inklusive Teilnahmebescheinigung
Eintragung und neuer Kartenführerscheinrund 40 bis 45 Eurozum Beispiel 43,60 Euro in Bremen inklusive Versand durch die Bundesdruckerei
Biometrisches Passbildje nach Anbietermuss den Vorgaben der Passverordnung entsprechen
PrüfungentfälltB96 hat keine Prüfung
Gesamtrund 350 bis 550 Euroohne Fahrtkosten und Verdienstausfall
Zum Vergleich: Für den Führerschein BE nennt PiNCAMP 800 bis 1.200 Euro für die Fahrschule, 150 bis 400 Euro Anmeldegebühr und 70 bis 150 Euro für die praktische Prüfung bei TÜV oder DEKRA. Ungefähr jede vierte Person muss diese Prüfung wiederholen. B96 kostet also meist nur rund ein Drittel von BE.

Sparen kannst du, wenn du die Klasse B gerade erst machst. In Berlin zum Beispiel lässt sich die Schlüsselzahl 96 laut LABO direkt zusammen mit dem Ersterwerb beantragen. Dann sparst du dir später einen zweiten Behördengang und eine zweite Karte.

Wie läuft die B96-Schulung ab?

Die Schulung dauert mindestens 7 Stunden und endet ohne Prüfung. Die Anlage 7a FeV teilt sie in drei Blöcke auf. Viele Fahrschulen bieten das Ganze als Tageskurs an.

Ablauf der B96-Schulung nach Anlage 7a FeV

BlockDauerInhalte
Theoriemindestens 2,5 StundenFahrphysik, Verhalten im Verkehr, Verbindung von Zugfahrzeug und Anhänger, richtiges Beladen, Sicherheitseinrichtungen
Praktische Übungenmindestens 3,5 StundenAnfahren, Bremsen, Ausweichen, Fahrstreifenwechsel, Seitenwind, An- und Abkuppeln, Einparken
Fahrt im Straßenverkehrmindestens 1 Stunde pro PersonAbfahrtkontrolle, Rückwärtsfahren um eine Ecke, Abbiegen, Auffahren auf die Autobahn, Überholen, Kreisverkehr, Bahnübergang
Theorie und Übungen dürfen in Gruppen mit bis zu acht Personen stattfinden. Für die Übungen ist pro vier Teilnehmende ein Gespann vorgeschrieben. Die Stunde im Straßenverkehr fährst du allein mit dem Fahrlehrer, und etwa die Hälfte davon soll außerorts stattfinden, möglichst auch auf der Autobahn oder einer Schnellstraße.

Geschult wird auf dem Gespann der Fahrschule. Es muss mindestens 7,5 m lang sein, einen Kastenanhänger von mindestens 1,2 m Breite und 1,5 m Höhe haben, Doppelpedale besitzen und die Sicht nach hinten nur über die Außenspiegel erlauben. Mit deinem eigenen Wohnwagen findet die Schulung deshalb nicht statt. Das hat einen Vorteil: Der Kastenanhänger verhält sich ähnlich wie ein Wohnwagen, und du lernst früh, nur mit den Spiegeln zu rangieren.

Am Ende bekommst du eine Teilnahmebescheinigung zur Vorlage bei der Fahrerlaubnisbehörde. Durchfallen kannst du nicht, aber du musst die volle Zeit dabei sein.

Tipp: Frag bei der Fahrschule nach, ob sie eine Fahrschulerlaubnis für die Klasse BE hat. Nur dann darf sie die B96-Schulung anbieten, und auch der Fahrlehrer braucht die Fahrlehrerlaubnis für BE.

Wie kommt die 96 in deinen Führerschein?

Mit der Teilnahmebescheinigung beantragst du bei der Fahrerlaubnisbehörde an deinem Wohnort einen neuen Kartenführerschein mit der Schlüsselzahl 96. Eine erneute Fahrprüfung ist laut Verwaltungsportal Hessen nicht nötig.

  1. 1. Fahrschule wählen: Kurstermin buchen und Ausweis sowie Führerschein zur Schulung mitnehmen.
  2. 2. Schulung machen: Mindestens 7 Stunden teilnehmen und die Teilnahmebescheinigung mitnehmen.
  3. 3. Termin bei der Behörde: In vielen Städten geht der Antrag nur persönlich und mit Termin, online meist nicht.
  4. 4. Unterlagen abgeben: Personalausweis oder Reisepass, aktueller Führerschein, biometrisches Passbild und Teilnahmebescheinigung.
  5. 5. Neuen Führerschein erhalten: Die Karte kommt von der Bundesdruckerei. In Bremen dauert das zum Beispiel 2 bis 3 Wochen.

Fahr das schwere Gespann erst, wenn du den neuen Führerschein mit der 96 in der Hand hast. Die Teilnahmebescheinigung allein berechtigt dich nicht dazu.

Eine Frist zwischen Schulung und Antrag gibt es bei B96 nicht, anders als bei der Motorrad-Schlüsselzahl B196. Mit Begleitetem Fahren kannst du B96 schon mit 17 Jahren bekommen. Machst du gerade den Führerschein, kannst du die 96 je nach Behörde gleich mitbeantragen. In Berlin reichst du die Bescheinigung dann spätestens nach der praktischen Prüfung der Klasse B ein.

B96 oder BE: Was ist die bessere Wahl?

Für die meisten Wohnwagenfahrer reicht B96. BE lohnt sich nur, wenn dein Gespann heute schon über 4.250 kg liegt oder absehbar darüber kommt.

  • B96 reicht, wenn dein Wohnwagen bis etwa 1.700 kg zulässige Gesamtmasse hat und dein Auto höchstens 2.550 kg. Das deckt die meisten Familienwohnwagen hinter Kombi oder SUV ab.
  • BE brauchst du, wenn du ein schweres SUV oder einen Pick-up mit großem Wohnwagen fährst, einen Pferdeanhänger mit 2.000 kg ziehst oder hinter einem 3,5-Tonnen-Wohnmobil einen Anhänger über 750 kg hängst.
  • BE lohnt sich vorsorglich, wenn du in den nächsten Jahren auf einen größeren Wohnwagen oder ein schwereres Zugfahrzeug umsteigen willst. Dann zahlst du nicht zweimal.

Ein Punkt wird oft übersehen: Mit BE darf der Anhänger zwar bis 3.500 kg zulässige Gesamtmasse haben. Das nützt dir aber nur, wenn dein Auto so viel ziehen darf. Viele Pkw haben eine deutlich geringere Anhängelast. Schau also zuerst in Feld O.1, bevor du für BE bezahlst.

Bei der Entscheidung hilft auch die Frage, wie du campst. Wer einen kleinen, leichten Wohnwagen sucht, bleibt oft sogar in der normalen Klasse B. Wer dagegen über ein Wohnmobil statt Gespann nachdenkt, findet die Unterschiede im Vergleich von Wohnwagen und Wohnmobil.

Ändert die EU-Führerscheinreform etwas an B96?

Nein, B96 bleibt. Die neue EU-Führerscheinrichtlinie (EU) 2025/2205 vom 22. Oktober 2025 schreibt für Gespanne über 3.500 bis 4.250 kg weiterhin eine Schulung oder eine Prüfung vor.

Neu ist etwas anderes: Mit Klasse B dürfen künftig auch Wohnmobile bis 4.250 kg gefahren werden, ebenfalls nach einer Schulung oder Prüfung. Mit Anhänger darf so ein Gespann dann bis 5.000 kg erreichen. Die Mitgliedstaaten müssen die Richtlinie laut bussgeldkatalog.news bis zum 26. November 2028 umsetzen, gelten soll sie ab dem 26. November 2029. Wie die Schulung in Deutschland genau aussieht, steht noch nicht fest (Stand Oktober 2026).

Für dich heißt das: Wer heute einen Wohnwagen über der B-Grenze ziehen will, braucht B96 jetzt und auch nach der Reform. Gefragt ist die Schlüsselzahl ohnehin. Laut promobil, das sich auf das Kraftfahrt-Bundesamt beruft, kamen 2025 in Deutschland 138.527 Erweiterungen um die 96 dazu.

Welche Fehler passieren beim Führerschein B96 am häufigsten?

Die meisten Probleme entstehen nicht in der Schulung, sondern beim Rechnen und Planen. Diese Fehler kommen immer wieder vor:

  • Leergewicht statt zulässiger Gesamtmasse: Der häufigste Denkfehler. Für den Führerschein zählt Feld F.2, nicht das Leergewicht und nicht die Anzeige auf der Waage.
  • Anhängelast und Führerschein verwechseln: B96 erlaubt dir nicht, mehr zu ziehen, als dein Auto darf. Feld O.1 bleibt die Grenze, genauso die zulässige Stützlast der Anhängekupplung.
  • Beim Autowechsel nicht neu rechnen: Ein neues SUV hat oft mehr zulässige Gesamtmasse als der alte Kombi. Aus einem B96-Gespann wird so schnell ein BE-Gespann, obwohl der Wohnwagen derselbe bleibt.
  • Zu früh losfahren: Wer nach dem Kurs mit dem schweren Gespann fährt, bevor der neue Führerschein da ist, fährt ohne Fahrerlaubnis.
  • Unnötig zahlen: Wer die alte Klasse 3 vor dem 1. Januar 1999 gemacht hat, darf in der Regel schon BE-Gespanne fahren und braucht B96 nicht. Ein Blick in den Führerschein oder ein Anruf bei der Behörde klärt das.
  • Überladen trotz passendem Führerschein: Der Führerschein sagt nichts darüber, ob dein beladenes Gespann zu schwer ist. Wie du Überladung vermeidest, liest du in unserem Ratgeber Wohnmobil richtig beladen.

Was droht, wenn du ohne B96 fährst?

Ohne passende Fahrerlaubnis zu fahren ist keine Ordnungswidrigkeit, sondern eine Straftat nach § 21 StVG. Möglich sind eine Geldstrafe oder eine Freiheitsstrafe von bis zu einem Jahr. Auch der Halter macht sich strafbar, wenn er jemanden ohne passenden Führerschein fahren lässt.

Teuer wird es vor allem bei einem Unfall. Die Kfz-Haftpflicht zahlt zwar den Schaden anderer, kann aber laut Allianz bis zu 5.000 Euro vom Fahrer zurückfordern. Teilkasko und Vollkasko müssen in diesem Fall gar nicht leisten. Ein beschädigter Wohnwagen kostet dann schnell ein Vielfaches der Schulung.

Achtung bei Anhängelast & Stützlast

Das gilt auch für Leihgespanne. Wenn du dir für den Urlaub einen schweren Wohnwagen oder einen Anhänger leihst, rechne vorher nach. Die Verantwortung liegt bei dir als Fahrer, nicht beim Verleiher.

Wie fährst du nach der Schulung sicher mit dem schweren Gespann?

Sieben Stunden Schulung machen dich nicht zum Profi. Die ersten Fahrten mit deinem eigenen Wohnwagen entscheiden, wie sicher du dich fühlst. Diese Punkte helfen am meisten:

  • Erst üben, dann reisen: Rückwärts um die Ecke und Einparken mit dem eigenen Gespann auf einem leeren Parkplatz, bevor du auf einen vollen Campingplatz fährst.
  • Gespanntraining buchen: Viele Verkehrssicherheitszentren bieten Trainings speziell für Wohnwagen und Anhänger an. Dort übst du Ausweichen und Bremsen mit deinem eigenen Fahrzeug.
  • Stützlast einstellen: Die Stützlast muss zur Anhängekupplung und zum Wohnwagen passen. Zu wenig Stützlast macht das Gespann unruhig, zu viel belastet die Hinterachse.
  • Schwer nach unten und über die Achse: Wasser, Getränke und Werkzeug gehören über die Achse und möglichst tief, nicht ins Heck.
  • Tempo im Blick behalten: Mit Anhänger gilt auf der Autobahn grundsätzlich Tempo 80. Tempo 100 ist nur mit passender Zulassung und Plakette erlaubt.
  • Gewicht vor jeder Reise prüfen: Ob Gepäck, Vorräte und Mover noch in die Zuladung passen, siehst du im Zuladungsrechner in einer Minute.

Unser Fazit: B96 ist der günstigste Weg zum größeren Wohnwagen

Für die meisten Camper ist der Führerschein B96 die einfachste Lösung: ein Tag Schulung, keine Prüfung, rund 350 bis 550 Euro und ein paar Wochen Wartezeit auf den neuen Führerschein. Rechne vorher mit den Werten aus Feld F.2 beider Fahrzeuge, ob du überhaupt im Bereich zwischen 3.500 und 4.250 kg landest, und vergiss die Anhängelast in Feld O.1 nicht.

Liegst du darüber oder planst du ein deutlich schwereres Gespann, spar dir den Zwischenschritt und mach direkt BE. Und wenn du gerade einen gebrauchten Wohnwagen suchst, wirf vor der Besichtigung einen Blick in die Papiere. Passende Angebote von privat und vom Händler findest du unter Wohnmobile und Wohnwagen auf Campuna.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Muss man für B96 eine Prüfung machen?
Nein. Für die Schlüsselzahl 96 gibt es weder eine theoretische noch eine praktische Prüfung. Du nimmst an einer Fahrerschulung von mindestens 7 Stunden in einer Fahrschule teil und bekommst danach eine Teilnahmebescheinigung. Mit ihr beantragst du bei der Fahrerlaubnisbehörde die Eintragung der 96 in deinen Führerschein.
Wie lange dauert es, bis ich den Führerschein B96 habe?
Die Schulung dauert mindestens 7 Stunden und ist bei vielen Fahrschulen an einem Tag möglich. Danach beantragst du bei der Fahrerlaubnisbehörde einen neuen Führerschein mit der Schlüsselzahl 96. Bis die Karte von der Bundesdruckerei kommt, vergehen je nach Behörde oft 2 bis 3 Wochen. Erst dann darfst du das schwere Gespann fahren.
Darf ich mit B96 einen Wohnwagen mit 2.000 kg ziehen?
Nur wenn dein Zugfahrzeug höchstens 2.250 kg zulässige Gesamtmasse hat, denn mit B96 darf das Gespann maximal 4.250 kg erreichen. Außerdem muss die Anhängelast deines Autos in Feld O.1 mindestens 2.000 kg betragen. Bei einem schwereren Zugfahrzeug brauchst du für diesen Wohnwagen den Führerschein BE.
Wer braucht den Führerschein B96 nicht?
Wer die alte Klasse 3 vor dem 1. Januar 1999 erworben hat, darf in der Regel schon schwerere Gespanne fahren. Auch wer BE besitzt, braucht B96 nicht. Und wenn dein Anhänger höchstens 750 kg zulässige Gesamtmasse hat oder das ganze Gespann nicht über 3.500 kg kommt, reicht die normale Klasse B.
Gilt der Führerschein B96 auch im Ausland?
Ja, in der ganzen EU und im Europäischen Wirtschaftsraum. Die Schlüsselzahl 96 ist ein einheitlicher Code der EU-Führerscheinrichtlinie und wird deshalb in allen Mitgliedstaaten sowie in Island, Liechtenstein und Norwegen anerkannt. Für Länder außerhalb des EWR solltest du die Regeln vor der Reise prüfen, zum Beispiel beim ADAC.

Quellen & Transparenz

  1. Fahrerlaubnis-Verordnung, Anlage 7a: Fahrerschulung für die Klasse B mit Schlüsselzahl 96
  2. ADAC: Pkw-Führerscheinklasse B und BE (Stand 21.01.2026)
  3. PiNCAMP by ADAC: Anhänger-Führerschein, Kosten, Voraussetzungen und Prüfung (07.06.2026)
  4. Verwaltungsportal Hessen: Schlüsselzahl 96 oder 196 beantragen
  5. Freie Hansestadt Bremen: Eintrag der Klasse B mit Schlüsselzahl 96, Gebühr 43,60 Euro
  6. LABO Berlin: B96, Klasse B mit Schlüsselzahl 96
  7. EUR-Lex: Richtlinie (EU) 2025/2205 über den Führerschein vom 22.10.2025
  8. bussgeldkatalog.news: Führerschein Klasse B bis 4.250 kg, Umsetzungsfristen (03.09.2026)
  9. promobil: B96-Führerschein bald überflüssig? Das regelt die EU-Führerschein-Novelle (24.03.2026)
  10. § 21 Straßenverkehrsgesetz: Fahren ohne Fahrerlaubnis
  11. Allianz: Fahren ohne Führerschein, Folgen für die Versicherung
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