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Wohnmobil winterfest machen: Die Checkliste für den Winter
Camping-Praxis & Technik

Wohnmobil winterfest machen: Die Checkliste für den Winter

Wohnmobil winterfest machen: Mit dieser Checkliste schützt du Wasseranlage, Batterien, Motor und Reifen in der Winterpause vor Frost und Feuchtigkeit.

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Campuna-RedaktionRedaktion

Fachredakteur für Camping-Kaufberatung & Praxis

28.09.2026
Geprüft: 28.09.2026
7 Min.

Inhaltsverzeichnis

  1. Was bedeutet winterfest beim Wohnmobil?
  2. Wie machst du die Wasserleitungen im Wohnmobil winterfest?
  3. Was ist mit Kühlschrank, Gas und Heizung zu tun?
  4. Wie überwinterst du Aufbau- und Starterbatterie?
  5. Was braucht das Basisfahrzeug vor der Winterpause?
  6. Wie schützt du Reifen und Bremsen vor Standschäden?
  7. Wie verhinderst du Feuchtigkeit, Schimmel und Mäuse?
  8. Wo stellst du dein Wohnmobil im Winter am besten ab?
  9. Was gilt für Saisonkennzeichen, Versicherung und HU im Winter?
  10. Wie sieht die komplette Checkliste zum Ausdrucken aus?
  11. In welcher Reihenfolge erledigst du was?
  12. Wie weckst du dein Wohnmobil im Frühjahr wieder auf?
  13. Unser Fazit: Erst das Wasser, dann alles andere
  14. Häufige Fragen
  15. Quellen & Transparenz
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Das Wichtigste in Kürze

Für alle, die ihr Wohnmobil von Herbst bis Frühjahr abstellen: Mit diesen Punkten schützt du Aufbau, Technik und Basisfahrzeug vor teuren Winterschäden.

  • Entleere Frischwasser, Abwasser, Boiler und Leitungen vor der ersten Frostnacht. Der Truma-Frostwächter öffnet erst, wenn es am Ventil kälter als etwa 3 °C wird.
  • Lade Blei- und AGM-Batterien voll und alle 6 bis 8 Wochen nach. Lithium-Batterien lagerst du mit 60 bis 80 Prozent Ladung und ausgeschaltet, sofern der Hersteller nichts anderes vorgibt.
  • Erhöhe den Reifendruck um 0,5 bar, löse die Handbremse und sichere das Wohnmobil mit eingelegtem Gang und Unterlegkeilen.
  • Die Ruheversicherung beim Saisonkennzeichen greift nur in einem Raum oder auf einem umfriedeten Platz. Vandalismus deckt nur die Vollkasko.
  • Plane die Gasprüfung nach G 607 (Pflicht alle 2 Jahre) und die Dichtigkeitsprüfung in die Winterpause ein, damit dein Wohnmobil zum Saisonstart fahrbereit ist.

Wasser dehnt sich beim Gefrieren aus und kann Leitungen, Armaturen und Tanks beschädigen. Im Wohnmobil reicht dafür eine frühe Frostnacht, wenn nach der letzten Herbsttour noch Wasser im Boiler, in der Pumpe oder im Siphon steht. Die Reparatur kostet dann deutlich mehr Zeit und Geld als jede Vorsorge.

Wer sein Wohnmobil winterfest machen will, denkt deshalb zuerst ans Wasser. Doch ein Wohnmobil ist Haus und Auto zugleich. Neben Wasseranlage, Gas und Aufbaubatterie brauchen auch Motor, Starterbatterie, Reifen und Bremsen Aufmerksamkeit. Im Innenraum drohen über Monate Feuchtigkeit, Schimmel und Mäuse.

In dieser Checkliste gehen wir System für System durch, was vor der Winterpause zu tun ist. Du erfährst, wie du die Wasserleitungen entleerst, wie du Blei- und Lithium-Batterien richtig lagerst, warum die Handbremse gelöst bleiben sollte und welcher Abstellplatz zur Ruheversicherung passt. Am Ende findest du eine Checkliste zum Ausdrucken, einen Zeitplan und eine kurze Anleitung fürs Auswintern im Frühjahr. Alle Angaben haben wir mit ADAC, TÜV NORD, Truma, promobil und den Hinweisen der HUK-COBURG abgeglichen.

Was bedeutet winterfest beim Wohnmobil?

Winterfest heißt: Das Wohnmobil geht für Wochen oder Monate in die Pause und wird vor Frost, Feuchtigkeit und Tiefentladung geschützt. Das ist etwas anderes als wintertauglich. Ein wintertaugliches Fahrzeug ist für Reisen bei Minusgraden gerüstet, ein winterfestes Fahrzeug steht still.

Laut dem Truma-Ratgeber zu winterfit und winterfest sollte die Wasseranlage bei längeren Standzeiten möglichst vollständig entleert werden. Wasser darf nur im System bleiben, wenn die Anlage ausreichend vor Frost geschützt ist.

Willst du im Winter reisen, brauchst du eine andere Vorbereitung. Einen Wohnwagen machst du ähnlich winterfest, dort kommen aber Deichsel, Auflaufbremse und Stützen dazu. Der richtige Zeitpunkt fürs Einwintern ist vor der ersten Frostnacht: Entleere die Wasseranlage direkt nach der letzten Tour, den Rest kannst du ein paar Tage später erledigen.

Wie machst du die Wasserleitungen im Wohnmobil winterfest?

Du entleerst Frischwassertank, Boiler, Leitungen, Pumpe, Filter, Siphons und Toilettenspülung vollständig und lässt danach alle Hähne und Ventile offen. Mit etwas Routine dauert das laut promobil rund 20 Minuten.

Willst du vorher reinigen, nutz einen Tankreiniger aus dem Campinghandel und spül gründlich nach. Danach gehst du so vor:

  1. 1. Strom aus: Schalte das 12-Volt-Bordnetz oder den Pumpenschalter aus, damit die Wasserpumpe nicht trocken läuft.
  2. 2. Duschkopf ablegen: Leg den Duschkopf in die Duschwanne, damit auch der Schlauch leerlaufen kann.
  3. 3. Hähne öffnen: Dreh alle Wasserhähne ganz auf und stell sie auf die Mittelstellung zwischen warm und kalt. So entleeren sich beide Leitungen.
  4. 4. Tank leeren: Nimm den Tankdeckel ab, damit Luft nachströmen kann, und öffne das Ablassventil des Frischwassertanks.
  5. 5. Boiler entleeren: Öffne die Ventile der Warmwasserleitung und den Frostwächter, beim Truma-Ventil über den Drehknopf oben.
  6. 6. Leitungen ausblasen: Schraub den Duschkopf ab, schüttel ihn aus und puste in den Schlauch. Restwasser in den Hähnen drückst du mit einem über den Auslauf gestülpten Luftballon heraus.
  7. 7. Toilettenspülung leeren: Schalte den Strom kurz ein, betätige die Spülung, bis kein Wasser mehr kommt, und lass die Spülpumpe etwa 20 Sekunden trocken laufen. Danach wieder ausschalten.
  8. 8. Pumpe und Filter leeren: Eine Tauchpumpe nimmst du heraus und schüttelst sie aus. Bei Druckpumpen halten Rückschlagventile oft Wasser zurück, hier hilft ein Ablassventil hinter der Pumpe. Vorfilter leerst du aus.
  9. 9. Siphons leeren: Schraub die Siphons unter Spüle und Waschbecken ab. Den Siphon der Duschwanne leerst du mit einer Saugglocke oder füllst ein geeignetes Frostschutzmittel ein.
  10. 10. Alles offen lassen: Hähne, Ablassventile und Tankdeckel bleiben den ganzen Winter offen, damit die Anlage austrocknet und sich kein Schimmel bildet.

Den Abwassertank leerst du an einer Entsorgungsstation, spülst ihn nach und lässt den Ablass offen. Denk auch an die Außendusche. Ausblas-Sets mit Kompressor arbeiten mit wenig Druck, beim System Floë laut promobil mit höchstens 1 bar. Hohen Druck aus dem Werkstattkompressor solltest du meiden.

Faustformel für Einsteiger

Addiere alle festen Fixkosten eines Jahres (Steuer + Versicherung + TÜV/Gas + Stellplatz) und teile sie durch die Anzahl der geplanten Urlaubsnächte. Liegt dieser Wert über der Tagesmiete, fährst du mit der Miete wirtschaftlich besser!

Stell das Wohnmobil beim Entleeren leicht schräg, sodass die Ablassventile am tiefsten Punkt liegen. Dann läuft mehr Wasser von allein ab.



Boiler und Truma-Frostwächter

In vielen Wohnmobilen arbeitet eine Truma-Combi-Heizung mit eingebautem Boiler. Ihr Frostwächter FrostControl ist laut Truma ein mechanisches Sicherheits- und Ablassventil, das ohne Strom funktioniert. Sinkt die Temperatur direkt am Ventil unter etwa 3 °C, öffnet es automatisch und lässt das Wasser ab. Schließen lässt es sich erst wieder ab etwa 7 °C am Ventil.

Verlass dich trotzdem nicht auf die Automatik. Öffne das Ventil von Hand und kontrolliere, ob Wasser abläuft. Andere Boiler haben meist eine Ablassschraube, ihre Lage steht in der Bedienungsanleitung.

Achtung bei Anhängelast & Stützlast

Prüfe vorab Feld O.1 (gebremste Anhängelast) und Feld 13 (Stützlast) im Fahrzeugschein deines Autos. Die tatsächliche Masse des beladenen Wohnwagens darf die eingetragene Anhängelast unter keinen Umständen übersteigen.

Toilettenkassette

Leere die Kassette an einer Entsorgungsstation, spül sie gründlich aus und lass sie trocknen. Den Schieber lässt du danach offen, damit der Tank lüften kann. Die Gummidichtungen pflegst du mit einem Dichtungsspray, damit sie nicht spröde werden. Hat deine Toilette einen eigenen Spülwassertank, öffne auch dessen Ablass.

Was ist mit Kühlschrank, Gas und Heizung zu tun?

Der Kühlschrank wird geleert, gereinigt und bleibt offen. Die Gasflaschen werden geschlossen und vom Schlauch getrennt. Beides dauert nur wenige Minuten.

Reinige Innenraum und Türdichtung des Kühlschranks und lass die Tür offen, so wie es auch TÜV NORD empfiehlt. Viele Kühlschränke haben dafür eine Lüftungsstellung, die die Tür einen Spalt geöffnet hält.

Beim Gas drehst du die Flaschenventile zu, trennst die Flaschen vom Schlauch und setzt die Schutzkappen auf. Der ADAC rät, sie kühl, trocken und gut belüftet zu lagern. Stell sie aufrecht hin und nie in den Keller, wo sich ausströmendes Gas sammeln kann.

Schau dabei auch auf die Prüfplakette. Seit dem 19.06.2025 ist die Gasprüfung nach DVGW-Arbeitsblatt G 607 wieder Pflicht, und zwar alle 2 Jahre, unabhängig von der HU. Laut promobil kostet sie nach ADAC-Angaben 40 bis 80 Euro und dauert 20 bis 45 Minuten. Steht die Prüfung im Frühjahr an, vereinbare den Termin am besten schon im Winter.

Hast du eine Dieselheizung und willst im Winter zwischendurch los, tank laut Truma vorher rechtzeitig Winterdiesel.

Wie überwinterst du Aufbau- und Starterbatterie?

Lade beide Batterien vor der Pause voll und trenne sie vom Bordnetz, damit kleine Verbraucher sie nicht leer saugen. Blei- und AGM-Batterien brauchen über den Winter regelmäßig Strom, Lithium-Batterien kaum.

Auch im Stand ziehen Uhr, Radio, Gaswarner oder Wegfahrsperre Strom. Laut promobil trennst du den Aufbaukreis am einfachsten über einen Batterie-Hauptschalter, der sich auch nachrüsten lässt. Ausbauen musst du die Batterien nicht.

Batterien in der Winterpause im Überblick

BatterieVor dem AbstellenWährend der PauseFrost
Aufbaubatterie Blei, AGM oder Gelvoll laden, über Hauptschalter trennenalle 6 bis 8 Wochen nachladen oder Erhaltungsladegerät anschließenvoll geladen bis etwa minus 60 °C unkritisch, entladen kann sie schon bei 0 bis minus 3 °C gefrieren
Aufbaubatterie Lithium (LiFePO4)auf etwa 60 bis 80 Prozent laden, per App oder Hauptschalter ausschaltenSelbstentladung nur 1 bis 3 Prozent pro Monat, zur Wintermitte kontrollierenausgeschaltet unkritisch, aber unter 0 °C nicht laden
Starterbatterievoll laden, Minuspol abklemmennachladen oder ausbauen und frostfrei lagernentladen frostgefährdet wie jede Bleibatterie
Bei Lithium-Batterien haben die Herstellerangaben immer Vorrang. Eine Regel gilt aber für alle: Unter 0 °C darf eine LiFePO4-Batterie nicht geladen werden, sonst können die Zellen dauerhaft Schaden nehmen. Gute Modelle sperren das Laden bei Frost über ihr Batteriemanagement.

Mit Strom am Abstellplatz kann ein Erhaltungsladegerät mit Float-Modus den ganzen Winter angeschlossen bleiben. Ohne Strom baust du Blei- und AGM-Batterien bei Bedarf aus und lagerst sie trocken und frostfrei.

Faustformel für Einsteiger

Addiere alle festen Fixkosten eines Jahres (Steuer + Versicherung + TÜV/Gas + Stellplatz) und teile sie durch die Anzahl der geplanten Urlaubsnächte. Liegt dieser Wert über der Tagesmiete, fährst du mit der Miete wirtschaftlich besser!

Was braucht das Basisfahrzeug vor der Winterpause?

Volltanken, Frostschutz prüfen, Flüssigkeiten auffüllen und gründlich waschen, am besten mit Unterbodenwäsche. Denn unter dem Aufbau steckt ein Auto mit Motor, das genauso überwintert werden will.

  • Volltanken: TÜV NORD rät, vor dem Winterschlaf vollzutanken. In einem vollen Tank ist wenig Luft, in der sich Kondenswasser bilden kann. Dieses Wasser kann sich mit dem Diesel mischen oder Metalltanks rosten lassen.
  • Kühlmittel prüfen: Der ADAC nennt für die Kühleranlage einen Frostschutz von mindestens minus 25 °C, zu wenig kann im Extremfall den Motor schädigen.
  • Scheibenwaschanlage befüllen: Füll Scheibenfrostschutz nach, je nach Region laut ADAC bis minus 25 °C.
  • Öl und Bremsflüssigkeit: Kontrollier Motoröl nach Herstellervorgabe, Bremsflüssigkeit und gegebenenfalls Servoöl und füll bei Bedarf nach.
  • Waschen mit Unterboden: Wasch das Wohnmobil in einer Waschanlage oder Waschbox, nicht auf dem eigenen Grundstück. Bist du schon über gestreute Straßen gefahren, ist eine Unterbodenwäsche laut TÜV NORD unumgänglich.
  • Dichtungen pflegen: Behandle die Gummidichtungen an Türen, Fenstern und Klappen mit einem Pflegemittel, damit sie elastisch bleiben.

Wie schützt du Reifen und Bremsen vor Standschäden?

Erhöhe den Reifendruck um 0,5 bar, bewege das Wohnmobil alle paar Wochen ein Stück und lass die Handbremse gelöst. Gesichert wird stattdessen mit eingelegtem Gang und Unterlegkeilen.

Ein Wohnmobil ruht über Monate mit mehreren Tonnen auf denselben Stellen der Reifen, dadurch können Standplatten entstehen. TÜV NORD empfiehlt deshalb 0,5 bar mehr Reifendruck. Bewegst du das Fahrzeug alle paar Wochen ein Stück, liegen die Reifen an einer anderen Stelle auf. Reifenschoner oder Böcke entlasten sie zusätzlich.

Die Handbremse löst du laut TÜV NORD, damit sie nicht festrostet. Leg stattdessen den ersten Gang ein und sichere das Wohnmobil mit Unterlegkeilen. Bei Automatik nutzt du die Parkstellung, bei einer elektrischen Parkbremse gilt die Bedienungsanleitung. Der Untergrund sollte eben und trocken sein.

Achtung bei Anhängelast & Stützlast

Prüfe vorab Feld O.1 (gebremste Anhängelast) und Feld 13 (Stützlast) im Fahrzeugschein deines Autos. Die tatsächliche Masse des beladenen Wohnwagens darf die eingetragene Anhängelast unter keinen Umständen übersteigen.

Wie verhinderst du Feuchtigkeit, Schimmel und Mäuse?

Mit einem leeren, sauberen und gut belüfteten Innenraum. Essensreste locken Nager an, und stehende, feuchte Luft lässt Polster und Ecken schimmeln.

  • Lebensmittel raus: Räum alle Lebensmittel und alle Flüssigkeiten aus, die einfrieren können. Ein voller Vorratsschrank lockt Mäuse an.
  • Gründlich putzen: Der ADAC rät zur gründlichen Reinigung innen und außen. Markise und Campingmöbel lagerst du nur trocken ein.
  • Schränke öffnen: Offene Schranktüren, Staufächer und Klappen lassen die Luft zirkulieren.
  • Polster hochkant stellen: Stell Sitz- und Matratzenpolster hochkant, damit sie von allen Seiten trocknen können.
  • Luftentfeuchter aufstellen: Ein Entfeuchter mit Granulat in der Fahrzeugmitte bindet Feuchtigkeit. Kontrollier ihn bei jedem Besuch und tausch das Granulat bei Bedarf.
  • Regelmäßig lüften: Lüfte bei trockenem Wetter kräftig durch. Steht das Wohnmobil in einer trockenen, sauberen Halle, kannst du Fenster in Lüftungsstellung lassen, das entlastet auch die Dichtungen.

Mäuse kommen durch kleinste Öffnungen und nagen gern an Kabeln. Der ADAC rät, in Gegenden mit Nagern die Kabel zu schützen. Achte bei Kontrollbesuchen auf feinen, dunklen Kot in Ecken und auf Nagespuren an Kabeln. Luftentfeuchter, Reifenschoner und Ladegeräte findest du neu und gebraucht unter Camping-Zubehör auf Campuna.

Wo stellst du dein Wohnmobil im Winter am besten ab?

Am besten in einer trockenen Halle, am günstigsten auf einer umzäunten Freifläche. Dazwischen liegt der Carport. Neben dem Preis zählt vor allem, ob der Platz zu deiner Versicherung passt.

Abstellplätze für die Winterpause im Vergleich

AbstellplatzVorteileNachteileRuheversicherung
HalleSchutz vor Schnee, Regen und UV-Strahlungmeist die teuerste OptionRaum, Bedingung erfüllt
CarportSchutz von oben, günstiger als eine Halleoffene Seiten, Wind und Feuchtigkeit kommen hineinoffene Seiten laut HUK mindestens mit Kette sichern
Umzäunte Freiflächemeist die günstigste LösungWetter und UV, Schutzhülle nötigumfriedeter Platz, Bedingung erfüllt
Eigenes Grundstückkurze Wege für Kontrollbesucheoft im Freien, Zufahrt muss passennur mit Zaun, Hecke oder Mauer
Öffentliche Straßekeine Kostenmit Saisonkennzeichen außerhalb der Saison verbotenkein Schutz, Bußgeld und Abschleppen drohen
Im Freien schützt eine atmungsaktive Schutzhülle vor Schmutz, Schnee und UV-Strahlung und lässt Feuchtigkeit entweichen. Unter einer einfachen Kunststoffplane sammelt sich dagegen Wasser, das Rost und Schimmel fördert. Außerdem scheuert Schmutz unter einer flatternden Plane an Lack und kratzempfindlichen Acrylfenstern. Wasch das Wohnmobil also vorher und zurr alle Gurte fest.

Einen Abstell- oder Dauerstellplatz findest du auch unter Stellplätze auf Campuna. Schau dir den Platz vorher an, prüf Zaun und Zufahrt und lass Kaution, Kündigungsfristen und Haftung schriftlich regeln.

Was gilt für Saisonkennzeichen, Versicherung und HU im Winter?

Mit Saisonkennzeichen darf dein Wohnmobil außerhalb der Saison nicht auf öffentlichen Straßen oder Parkplätzen stehen, und die Ruheversicherung greift nur auf einem geschützten Platz. Die Fristen für HU, Gasprüfung und Dichtigkeitsprüfung laufen in der Pause weiter.

Laut HUK-COBURG gilt die Kfz-Haftpflicht auch in der Ruhephase, zum Beispiel wenn Öl ausläuft und den Boden verschmutzt. Schäden durch Sturm, Kurzschluss-Brand oder Diebstahl sind über die Teilkasko abgedeckt, wenn sie schon vorher Teil des Vertrags war. Vandalismus deckt nur die Vollkasko. Voraussetzung ist ein Raum oder ein umfriedeter Abstellplatz, etwa hinter Zaun oder Hecke. Auf öffentlichem Grund drohen laut HUK 40 Euro Bußgeld und Abschleppen. Frag bei deinem Versicherer nach, welche Bedingungen für dich gelten.

Fällt die Hauptuntersuchung in die Ruhephase, darfst du sie laut HUK-Ratgeber im ersten Monat der neuen Saison nachholen. Eine Fahrt zur Prüfstelle außerhalb der Saison ist grundsätzlich nicht erlaubt. Mit ganzjähriger Zulassung schaust du vor dem Einwintern auf die HU-Plakette.

Viele Hersteller knüpfen ihre Dichtigkeitsgarantie an eine jährliche Prüfung in einer autorisierten Werkstatt. Liegt dieser Termin im Winter oder frühen Frühjahr, plane ihn zusammen mit der Gasprüfung ein.

Wie sieht die komplette Checkliste zum Ausdrucken aus?

Hier ist die komplette Checkliste, um dein Wohnmobil winterfest zu machen, sortiert nach Systemen. Druck sie aus und hak ab, was erledigt ist.

Checkliste: Wohnmobil winterfest machen

SystemAufgabeErledigt
WasserFrischwassertank entleeren, Tankdeckel offen lassen☐
WasserAbwassertank leeren, spülen, Ablass offen lassen☐
WasserBoiler über Frostwächter oder Ablassventil leeren☐
WasserHähne in Mittelstellung öffnen, Leitungen und Duschschlauch ausblasen☐
WasserPumpe, Filter, Siphons und Außendusche entleeren☐
ToiletteKassette leeren und reinigen, Schieber offen, Dichtungen pflegen☐
ToiletteSpülwasser ablassen, Spülpumpe kurz trocken laufen lassen☐
Kühlschrankausräumen, reinigen, Tür in Lüftungsstellung☐
GasFlaschen schließen, vom Schlauch trennen, Schutzkappen aufsetzen☐
GasFälligkeit der Gasprüfung nach G 607 prüfen☐
StromAufbaubatterie laden, Lithium nach Herstellerangabe, Hauptschalter aus☐
StromStarterbatterie laden, Minuspol abklemmen oder Erhaltungsladung☐
Motorvolltanken☐
MotorKühlmittel auf mindestens minus 25 °C prüfen, Scheibenfrostschutz nachfüllen☐
MotorMotoröl und Bremsflüssigkeit kontrollieren☐
Fahrzeugwaschen mit Unterbodenwäsche, Dichtungen pflegen☐
ReifenLuftdruck um 0,5 bar erhöhen☐
BremseHandbremse lösen, Gang einlegen, Keile unterlegen☐
InnenraumLebensmittel und frostempfindliche Flüssigkeiten ausräumen☐
InnenraumSchränke öffnen, Polster hochkant, Luftentfeuchter aufstellen☐
SchädlingeKrümel entfernen, Kabel schützen☐
AbstellplatzPlatz passend zur Versicherung, atmungsaktive Hülle im Freien☐
PapiereHU-Termin, Versicherung und Saisonkennzeichen prüfen☐

In welcher Reihenfolge erledigst du was?

Zuerst das Wasser, dann Fahrzeug und Technik, und über den Winter regelmäßige Kontrollbesuche. So sieht ein sinnvoller Zeitplan aus:

Zeitplan für die Winterpause

ZeitpunktAufgaben
Nach der letzten Tour, vor der ersten FrostnachtWasseranlage, Boiler und Toilette entleeren
Letzte Fahrt zum Abstellplatzvolltanken, waschen mit Unterboden, Flüssigkeiten prüfen
Am AbstelltagBatterien laden und trennen, Gas schließen, Reifendruck plus 0,5 bar, Handbremse lösen, Innenraum vorbereiten
Alle 6 bis 8 WochenBlei- und AGM-Batterien nachladen, lüften, Entfeuchter prüfen, Fahrzeug ein Stück bewegen, auf Mäuse kontrollieren
Im Lauf des WintersTermine für Gasprüfung, Dichtigkeitsprüfung und gegebenenfalls HU
Frühjahr nach den letzten FrostnächtenAuswintern, siehe nächster Abschnitt

Wie weckst du dein Wohnmobil im Frühjahr wieder auf?

Beim Auswintern machst du alles rückwärts und prüfst zusätzlich Reifen, Gas, Licht und Bremsen. Die wichtigsten Punkte nach dem Saisonstart-Ratgeber von PiNCAMP by ADAC:

  • Reifen: Senk den Luftdruck wieder auf den Normalwert. Gesetzlich sind 1,6 mm Profil vorgeschrieben, PiNCAMP empfiehlt mindestens 3 bis 4 mm. Reifen, die älter als etwa 6 bis 7 Jahre sind, solltest du ersetzen. Das Alter verrät die DOT-Nummer.
  • Batterien: Anschließen, Ladezustand prüfen und bei Bedarf nachladen.
  • Wasseranlage: Mit einem keimtötenden Reiniger reinigen und gründlich mit frischem Wasser spülen. Den Truma-Frostwächter kannst du erst ab etwa 7 °C am Ventil wieder schließen.
  • Gas: Schläuche auf Risse prüfen und den Gasfilter reinigen oder tauschen. Bei der Zündsicherung muss die Gaszufuhr laut PiNCAMP innerhalb von 20 Sekunden schließen, wenn die Flamme ausgeht.
  • Licht und Bremsen: Scheinwerfer, Brems- und Rücklichter sowie Hupe testen und die Bremsen vor der ersten Fahrt ausprobieren.
  • Beladung: Wie viel du für die erste Tour zuladen darfst, erklärt unser Ratgeber Wohnmobil richtig beladen.

Unser Fazit: Erst das Wasser, dann alles andere

Ein Wohnmobil winterfest zu machen ist kein Hexenwerk, aber die Reihenfolge zählt. Entleere die Wasseranlage vor der ersten Frostnacht vollständig und verlass dich beim Boiler nicht allein auf die Automatik. Danach sicherst du Gas, Batterien, Motor und Reifen und sorgst im Innenraum für trockene Luft.

Mindestens genauso wichtig sind die Kontrollbesuche: Alle 6 bis 8 Wochen nachladen, lüften und nach Mäusen schauen erspart dir im Frühjahr böse Überraschungen. Wähl einen Abstellplatz, der zu deiner Versicherung passt, und nutz die ruhigen Monate für Gasprüfung und Dichtigkeitsprüfung.

Sind die Frostnächte vorbei, bist du so schnell wieder unterwegs. Ideen für die erste Tour liefert unser Ratgeber Campingplatz finden, weitere Praxistipps findest du im Campuna-Ratgeber.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Was passiert, wenn ich mein Wohnmobil nicht winterfest mache?
Dann drohen vor allem Frostschäden an der Wasseranlage. Gefrierendes Wasser dehnt sich aus und kann Leitungen, Armaturen, Boiler und Tanks beschädigen. Dazu kommen tiefentladene Batterien, Standplatten an den Reifen, eine festgerostete Handbremse sowie Schimmel und Mäuse im Innenraum. Die Reparaturen kosten meist deutlich mehr Zeit und Geld als die Vorbereitung im Herbst.
Muss die Batterie im Winter aus dem Wohnmobil raus?
Nein, ein Ausbau ist nicht zwingend. Wichtig ist, dass die Batterie voll geladen und vom Bordnetz getrennt ist, zum Beispiel über den Hauptschalter. Blei- und AGM-Batterien lädst du alle 6 bis 8 Wochen nach oder hängst sie an ein Erhaltungsladegerät. Ohne Strom am Abstellplatz kannst du sie ausbauen und frostfrei lagern. Bei Lithium gelten die Herstellerangaben.
Wie oft sollte ich das Wohnmobil im Winter bewegen?
Alle paar Wochen ein kurzes Stück reicht, damit die Reifen nicht immer an derselben Stelle belastet werden. Verbinde das am besten mit dem Nachladen der Batterien. Mit Saisonkennzeichen darfst du außerhalb der Saison nur auf privatem Gelände rangieren, nicht auf öffentlichen Straßen. Alternativ entlasten Reifenschoner oder Böcke die Reifen über die ganze Standzeit.
Kann ich Frostschutzmittel in die Wasseranlage füllen?
In die Trinkwasserleitungen gehört kein normales Frostschutzmittel aus dem Autozubehör. Der sichere Weg ist, die Anlage vollständig zu entleeren und alle Hähne offen zu lassen. Für Siphons, etwa den der Duschwanne, gibt es im Campinghandel spezielle Mittel. Achte darauf, dass das Produkt ausdrücklich für Wasser- oder Abwasseranlagen in Freizeitfahrzeugen gedacht ist.
Sollte ich das Wohnmobil vollgetankt einwintern?
Ja, TÜV NORD rät, vor der Winterpause vollzutanken. In einem vollen Tank ist wenig Luft, in der sich Kondenswasser bilden kann. Das Wasser kann sich sonst mit dem Diesel mischen oder einen Metalltank rosten lassen. Willst du im Winter zwischendurch fahren oder mit der Dieselheizung heizen, tank rechtzeitig Winterdiesel.

Quellen & Transparenz

  1. ADAC: Tipps zum Einwintern des Campingfahrzeugs (30.10.2025)
  2. TÜV NORD: Fit für den Winterschlaf (12.10.2023)
  3. Truma: Winterfit oder winterfest? So machen Sie Ihren Camper startklar für die kalten Tage (12.10.2026)
  4. promobil: Entleerung der Wasseranlage im Winter, alle Tipps und Tricks (14.11.2024)
  5. promobil: Muss die Wohnmobil-Batterie im Winter wirklich raus? (16.10.2026)
  6. promobil: Gasprüfung ab 2025 wieder Pflicht (04.06.2025)
  7. HUK-COBURG: Saisonkennzeichen, kostenloser Versicherungsschutz während der Ruhephase (24.07.2025)
  8. HUK-COBURG: HU überfällig? Regeln für Saisonkennzeichen (13.04.2026)
  9. ADAC: So machen Sie Ihr Auto fit für den Winter (28.10.2025)
  10. PiNCAMP by ADAC: Wohnmobil zum Saisonstart fit machen (26.02.2024)
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