Das Wichtigste in Kürze
Für alle, die ein Wohnmobil versichern oder ihren Vertrag prüfen wollen: Diese Bausteine brauchst du, das kosten sie, und hier stecken die teuren Lücken.
- Pflicht ist nur die Kfz-Haftpflicht. Das Gesetz verlangt je Schadenfall mindestens 7,5 Millionen Euro für Personen- und 1,3 Millionen Euro für Sachschäden, viele Tarife bieten pauschal 100 Millionen Euro.
- Richtwerte der AUTO ZEITUNG vom März 2026: Haftpflicht rund 150 bis 600 Euro, Teilkasko 300 bis 800 Euro, Vollkasko 500 bis über 1.500 Euro im Jahr.
- Die Kasko zahlt nur fest verbaute Teile. Für Laptop, Kleidung oder E-Bike an Bord brauchst du eine Inhaltsversicherung, laut AUTO ZEITUNG ab knapp 75 bis 80 Euro im Jahr.
- Schleichende Feuchtigkeit und Verschleiß zahlt die Kasko in der Regel nicht. Überladung oder eine ungeprüfte Gasanlage können dich im Schadenfall Leistungen kosten.
- Mit Saisonkennzeichen zahlst du nur für 2 bis 11 Monate. In der Ruhezeit muss das Wohnmobil in einem Raum oder auf einem umfriedeten Platz stehen.
Ein Teilintegrierter mit 65.000 Euro Grundpreis, gleicher Leistungsumfang, gleiches Fahrerprofil: In einem Tarifvergleich von promobil reichte der Jahresbeitrag für Haftpflicht und Vollkasko von 583,64 bis 1.375,51 Euro. Beim Integrierten für 105.000 Euro verlangte der teuerste Anbieter fast das Sechsfache des günstigsten. Die Preise wurden im Oktober 2021 recherchiert, doch auch aktuelle Richtwerte zeigen weite Spannen. Was eine Wohnmobil-Versicherung kostet, hängt also stark davon ab, wo und wie du abschließt.
Genauso wichtig ist, was du dafür bekommst. Ob die Versicherung nach Hagel, Einbruch oder einem Unfall in Italien zahlt, steht im Kleingedruckten. Feuchtigkeit im Aufbau, Überladung oder eine überfällige Gasprüfung machen den Schutz schnell dünn.
Hier erfährst du, welche Beiträge Fachmedien nennen und aus welchem Jahr sie stammen, welche Bausteine du brauchst, was den Preis bestimmt und welche Klauseln im Schadenfall entscheiden. Am Ende hilft dir eine Checkliste bei der Tarifwahl. Grundlage sind Gesetzestexte, die Musterbedingungen der Kfz-Versicherer, der GDV, die Verbraucherzentrale sowie AUTO ZEITUNG und promobil (Stand Oktober 2026).
Was kostet eine Wohnmobil-Versicherung im Jahr?
Als Richtwerte nennt die AUTO ZEITUNG im März 2026 für die Haftpflicht rund 150 bis 600 Euro, für die Teilkasko 300 bis 800 Euro und für die Vollkasko 500 bis über 1.500 Euro im Jahr. Wo du landest, entscheiden Fahrzeug, Fahrerprofil und Tarif. Ältere Zahlen sind mit ihrem Jahr gekennzeichnet.
Beiträge für die Wohnmobil-Versicherung: Richtwerte und Beispiele mit Stand
| Baustein oder Beispiel | Beitrag pro Jahr | Quelle und Stand |
|---|---|---|
| Kfz-Haftpflicht | rund 150 bis 600 Euro | AUTO ZEITUNG, März 2026 |
| Teilkasko | rund 300 bis 800 Euro | AUTO ZEITUNG, März 2026 |
| Vollkasko | rund 500 bis über 1.500 Euro | AUTO ZEITUNG, März 2026 |
| Inhaltsversicherung | ab knapp 75 bis 80 Euro | AUTO ZEITUNG, März 2026 |
| Schutzbrief als Zusatzbaustein | meist 10 bis 30 Euro Zuschlag | promobil, Stand 2022 |
| Kastenwagen, 50.000 Euro, Haftpflicht und Vollkasko | 468 bis 2.719,35 Euro | promobil-Vergleich, Preise Oktober 2021 |
| Teilintegrierter, 65.000 Euro, Haftpflicht und Vollkasko | 583,64 bis 1.375,51 Euro | promobil-Vergleich, Preise Oktober 2021 |
| Integrierter, 105.000 Euro, Haftpflicht und Vollkasko | 724,95 bis 4.255,88 Euro | promobil-Vergleich, Preise Oktober 2021 |
Seitdem wurde es eher teurer. promobil berichtete im November 2024 über gestiegene Reparatur- und Ersatzteilkosten, Leserinnen und Leser meldeten Aufschläge von bis zu 60 Prozent. Einer sollte rund 170 Euro mehr zahlen, nach einem Anruf beim Versicherer blieb ein Plus von 60 Euro. Aktuelle Richtwerte samt Spartipps findest du bei der AUTO ZEITUNG.
Welche Versicherungen braucht ein Wohnmobil?
Pflicht ist nur die Kfz-Haftpflicht. Alle anderen Bausteine sind freiwillig, schließen aber jeweils eine ganz bestimmte Lücke.
Die Haftpflicht zahlt Schäden, die du mit dem Wohnmobil anderen zufügst. Laut Anlage zum Pflichtversicherungsgesetz muss sie je Schadenfall mindestens 7,5 Millionen Euro für Personenschäden, 1,3 Millionen Euro für Sachschäden und 50.000 Euro für reine Vermögensschäden abdecken. In vielen Tarifen lässt sich die Deckung auf pauschal 100 Millionen Euro erhöhen.
Versicherungsbausteine fürs Wohnmobil: Schutz, typische Lücken und Zielgruppe
| Baustein | Was er abdeckt | Typische Lücken | Für wen |
|---|---|---|---|
| Kfz-Haftpflicht (Pflicht) | Personen-, Sach- und Vermögensschäden anderer, auch deiner Mitfahrer | Schäden am eigenen Wohnmobil, eigene Verletzungen als Fahrer, Rückgriff bei Obliegenheitsverletzungen bis 5.000 Euro | jedes zugelassene Wohnmobil |
| Teilkasko | Diebstahl, Brand, Glasbruch, Wildunfall, Sturm, Hagel, Überschwemmung, Marder je nach Tarif | schleichende Feuchtigkeit im Aufbau, Verschleiß, lose Gegenstände an Bord | ältere Fahrzeuge, bei denen sich die Vollkasko kaum lohnt |
| Vollkasko | zusätzlich selbst verschuldete Unfälle und Vandalismus | Wartungsmängel, Abnutzung, Materialermüdung, Kürzung bei grober Fahrlässigkeit ohne Verzichtsklausel | neue, hochwertige oder finanzierte Wohnmobile |
| Inhalts- oder Campingversicherung | lose Gegenstände an Bord bei Diebstahl, Einbruch, Feuer, Sturm, Hagel, Überschwemmung | Vorzelt oft nicht, Bargeld und Schmuck teils ausgeschlossen, Fahrräder auf dem Träger häufig nicht | wer Technik, E-Bikes oder Dauercamping-Ausstattung dabeihat |
| Auslandsschadenschutz | Regulierung nach deutschem Maßstab, wenn dich im Ausland ein anderer schädigt | nur Schäden durch Dritte, Geltungsbereich etwa für Nordafrika prüfen | alle, die regelmäßig ins Ausland fahren |
| Schutzbrief | Pannenhilfe, Abschleppen, Krankenrücktransport | Höchstbeträge je Schadenfall, Grenzen bei Gewicht und Höhe | wer keinen passenden Clubschutz hat |
| Fahrerschutz | eigene Verletzungen des Fahrers bei selbst verschuldetem Unfall | Ein- und Aussteigen sowie Be- und Entladen zählen nicht zum Fahren | alle, die meist selbst am Steuer sitzen |
Verursachst du selbst einen Unfall, gehst du bei deinen eigenen Verletzungen in der Regel leer aus, denn die Haftpflicht zahlt nur für andere. Der Fahrerschutz stellt dich laut GDV so, als hätte ein Dritter den Unfall verursacht.
Welche Faktoren bestimmen den Beitrag?
Entscheidend sind vor allem Schadenfreiheitsklasse, Fahrzeugwert, Fahrerkreis, Abstellort und Selbstbeteiligung. Ob auch Typ- und Regionalklasse eingehen, ist von Versicherer zu Versicherer verschieden.
Kostenfaktoren der Wohnmobil-Versicherung und was du tun kannst
| Faktor | Wirkung auf den Beitrag | Was du tun kannst |
|---|---|---|
| Schadenfreiheitsklasse | eigene Wohnmobil-Skala, je nach Versicherer bis SF 10 oder SF 20 | Übernahme deiner Pkw-Einstufung anfragen |
| Regionalklasse | zählt bei manchen Versicherern, bei anderen nicht | im Angebot nachfragen, ob dein Zulassungsbezirk eingeht |
| Typklasse | GDV-Typklassen sind unverbindlich, Wohnmobiltarife rechnen oft nach Bauart und Wert | Bauart und Aufbaumaterial korrekt angeben, ein GFK-Dach bringt teils Nachlass |
| Fahrerkreis und Alter | mehr Fahrer machen es teurer, junge und ältere Fahrer zahlen teils Zuschläge | nur Personen eintragen, die wirklich fahren |
| Fahrzeugwert | Vollkasko richtet sich meist nach dem Listenneupreis, Sonderausstattung erhöht ihn | Solaranlage, Sat-Anlage oder Markise mit angeben |
| Saisonkennzeichen | Beitrag nur für 2 bis 11 Monate | mindestens 6 Monate wählen, damit die SF-Klasse steigt |
| Abstellort | Garage, Halle oder fester Stellplatz senken den Beitrag | Abstellort ehrlich angeben, Änderungen melden |
| Selbstbeteiligung | höherer Selbstbehalt, niedrigerer Beitrag | üblich sind 150 Euro in der Teilkasko und 500 Euro in der Vollkasko |
| Werkstattbindung | Nachlass, dafür bestimmt der Versicherer die Werkstatt | klären, ob die Partnerbetriebe auch den Aufbau reparieren |
| Zulassung | als Wohnmobil günstigere Haftpflicht als als Lkw, kompakte Camper mit Pkw-Zulassung laufen über Pkw-Tarife | Feld 5 im Fahrzeugschein prüfen |
Kannst du deine SF-Klasse vom Pkw mitnehmen?
Oft ja, aber nicht automatisch. Wohnmobile haben eine eigene Rabattskala: Die Musterbedingungen des GDV enthalten eine eigene SF-Tabelle für Campingfahrzeuge, und laut promobil gibt es diese Skala seit 2013, mit bis zu SF 20. Manche Spezialversicherer enden schon bei SF 10, beim Pkw reicht die Skala bis SF 50.
Ob deine schadenfreien Jahre aus dem Pkw-Vertrag zählen, entscheidet der Versicherer. Die AUTO ZEITUNG nennt die Übertragung als Sparmöglichkeit, abhängig vom Anbieter. promobil schrieb schon 2022, dass sich die Anerkennung für Erstbesitzer lohnt, aber Verhandlungsgeschick braucht. Vergleiche dabei nicht nur den Euro-Betrag, sondern auch den Prozentsatz deiner Einstufung.
Gut zu wissen: Haftpflicht und Vollkasko haben jeweils eine eigene SF-Klasse, die Teilkasko hat keine. Ein Hagelschaden über die Teilkasko führt deshalb nicht zur Rückstufung.
Gelten Typklassen auch für Wohnmobile?
Nicht verlässlich. Der GDV berechnet Typklassen für rund 33.000 Automodelle, die Einstufung ist laut GDV für die Versicherer aber unverbindlich. promobil nannte 2024 Typ- und Regionalklassen als Einflussgrößen, mindestens ein großer Direktversicherer schreibt dagegen, beide seien für die Wohnmobilversicherung nicht relevant. Sicher zählt laut AUTO ZEITUNG die Bauart: Liner auf Lkw-Chassis sind am teuersten, Campingbusse bis zwei Meter Höhe teils etwas günstiger.
Teilkasko oder Vollkasko: Was lohnt sich bei deinem Wohnmobil?
Für neuwertige Wohnmobile bis etwa fünf Jahre empfiehlt promobil die Vollkasko, bei älteren reicht oft die Teilkasko. Entscheidend sind Wert, Finanzierung und dein Polster für Schäden.
Die Vollkasko zahlt anders als die Teilkasko auch, wenn du beim Rangieren eine Mauer erwischst oder jemand den Aufbau zerkratzt. Drei Fragen helfen bei der Entscheidung:
- Wie viel ist dein Wohnmobil heute wert? Ein Totalschaden ohne Vollkasko trifft dich bei einem jungen Fahrzeug hart. Wie du den Wert einschätzt, erklärt unser Ratgeber Wohnmobil-Wert ermitteln.
- Ist das Fahrzeug finanziert? Dann prüf zusätzlich eine GAP-Versicherung. Sie deckt laut AUTO ZEITUNG bei einem Totalschaden die Lücke zwischen Restwert und finanziertem Betrag.
- Kannst du einen größeren Schaden selbst bezahlen? Wenn nicht, ist eine Vollkasko mit höherer Selbstbeteiligung oft der bessere Kompromiss als die reine Teilkasko.
Brauchst du eine Inhaltsversicherung für dein Wohnmobil?
Ja, sobald du Wertvolles an Bord hast. Teil- und Vollkasko zahlen laut GDV nur für fest verbaute Teile, nicht für lose Gegenstände wie Tablets oder E-Bikes.
Die Musterbedingungen der Kfz-Versicherer nehmen Reisegepäck und persönliche Gegenstände der Insassen ausdrücklich aus. Die Hausratversicherung hilft nur begrenzt: Ihre Außenversicherung kann laut GDV für Wohnmobile zeitlich befristet sein, und der Ersatz ist oft auf einen Prozentsatz der Versicherungssumme begrenzt. Die Verbraucherzentrale NRW weist darauf hin, dass sich der Schutz für Gegenstände im Fahrzeug in der Regel auf normale Pkw bezieht.
Eine Inhalts- oder Campingversicherung deckt das Inventar gegen Diebstahl, Raub, Einbruch, Feuer, Sturm, Hagel, Blitz, Überschwemmung und Explosion. Prüf vor dem Abschluss diese drei Punkte:
- Vorzelt: Was dort liegt, ist oft nicht versichert. Für Dauercamper gibt es eigene Campingpolicen, die das Vorzelt einschließen.
- Wertsachen: Bargeld, Geldkarten, Wertpapiere und Schmuck sind manchmal ausgenommen.
- Fahrräder: Im Fahrzeug sind sie laut Verbraucherzentrale meist versichert, auf dem Träger dagegen häufig nicht.
Faustformel für Einsteiger
Welche Klauseln entscheiden im Schadenfall?
Vor allem drei: wie viel du nach einem Totalschaden bekommst, ob der Versicherer bei grober Fahrlässigkeit kürzen darf und wie er Feuchtigkeit und Verschleiß behandelt.
Neuwert- und Kaufpreisentschädigung
In den unverbindlichen Musterbedingungen des GDV ist die Neupreisentschädigung nur für Pkw vorgesehen, die Frist legt jeder Versicherer selbst fest. Beim Wohnmobil hängt sie also ganz vom Tarif ab. Im promobil-Vergleich galt sie je nach Anbieter bei Diebstahl oder Totalschaden in den ersten 6, 12 oder 24 Monaten. PiNCAMP empfiehlt eine Neu- beziehungsweise Kaufpreisentschädigung von bis zu 24 Monaten. Die Kaufpreisentschädigung ist das Gegenstück für Gebrauchte: Sie orientiert sich am gezahlten Kaufpreis statt am Neupreis.
Grobe Fahrlässigkeit
Führst du einen Schaden grob fahrlässig herbei, darf der Versicherer seine Leistung nach § 81 VVG im Verhältnis zur Schwere deines Verschuldens kürzen. PiNCAMP nennt als Beispiel ein versehentlich überfahrenes Rotlicht. Manche Tarife verzichten ganz, andere weitgehend auf diesen Einwand. Lies die Ausnahmen genau, denn bei Alkohol oder Drogen gelten oft eigene Regeln. Die Kürzung betrifft deine Kasko, den Schaden des Unfallgegners zahlt die Haftpflicht trotzdem.
Feuchtigkeit, Verschleiß und Wartungsmängel
In den Musterbedingungen ist ein Unfall ein Ereignis, das „unmittelbar von außen plötzlich mit mechanischer Gewalt“ auf das Fahrzeug einwirkt. Schäden durch Materialermüdung, Überbeanspruchung oder Abnutzung zählen ausdrücklich nicht dazu, Alterungs- und Verschleißschäden werden nicht ersetzt. Wasser, das über Monate durch eine spröde Dichtung in die Wand zieht, passt deshalb meist nicht in die Kasko. Anders bei Sturm, Hagel oder Überschwemmung: Solche Elementarschäden sind laut promobil in Teil- und Vollkasko in der Regel mitversichert.
Für schleichende Feuchtigkeit ist eher die Dichtigkeitsgarantie des Herstellers zuständig. Sie gilt laut PiNCAMP nur für Wasser, das von außen eindringt, und nur mit jährlicher Dichtigkeitsprüfung beim autorisierten Fachbetrieb.
Achtung bei Anhängelast & Stützlast
Was gilt bei Überladung, Gasanlage und Vermietung?
In allen drei Fällen kann ein Schaden für dich teuer werden, entweder weil die Kasko kürzt oder weil sich der Versicherer Geld zurückholt.
Überladung
Besteht der Verdacht, dass eine Überladung den Unfall verursacht hat, kann die Versicherung laut Rechtsanwalt Rüdiger Zipper in promobil die Zahlung verweigern, unter Umständen ohne Toleranz. Ob ein 3,5-Tonner mit 3.590 kg schon als überladen gilt, muss dann ein Gericht entscheiden.
Dem Unfallgegner zahlt die Haftpflicht trotzdem. Holt sich der Versicherer wegen einer Obliegenheitsverletzung oder Gefahrerhöhung Geld von dir zurück, ist das nach § 5 KfzPflVV auf höchstens 5.000 Euro je Person begrenzt. Diese Grenze gilt nur für die Haftpflicht, bei Schäden am eigenen Fahrzeug kann die Kasko stärker kürzen. Wie du Gewicht richtig verteilst, steht im Ratgeber Wohnmobil richtig beladen, deine Reserve prüfst du mit dem Zuladungsrechner.
Gasanlage
Seit dem 19.06.2025 ist die Gasprüfung nach DVGW G 607 für Wohnmobile mit Flüssiggasanlage alle zwei Jahre Pflicht. Brennt das Fahrzeug wegen einer ungeprüften Anlage, kann der Versicherer laut CamperStyle grobe Fahrlässigkeit geltend machen und die Leistung kürzen. Viele Campingplätze verlangen den Nachweis außerdem beim Einchecken. Ablauf und Kosten erklärt unser Ratgeber zur Gasprüfung beim Wohnmobil.
Vermietung
Willst du dein Wohnmobil privat an andere vermieten, reicht der normale Vertrag nicht. Laut Verbraucherzentrale NRW ist das in normalen Haftpflicht- und Kaskoversicherungen in der Regel ausgeschlossen, es sei denn, das Fahrzeug ist als Selbstfahrer-Vermietfahrzeug zugelassen. Sprich deshalb vor der ersten Vermietung mit deinem Versicherer.
Wer zahlt, wenn ein Kaufinteressent Probe fährt?
Schäden an fremden Fahrzeugen und Personen zahlt die Haftpflicht deines Wohnmobils. Ob deine Kasko Schäden am eigenen Fahrzeug übernimmt, hängt vom Tarif und von eurer Absprache ab.
Laut bussgeldkatalog.org schließen manche Kaskotarife Unfälle bei Probefahrten grundsätzlich aus, andere verlangen eine Selbstbeteiligung oder stufen dich zurück. Bei grober Fahrlässigkeit oder Vorsatz haftet der Interessent in der Regel selbst. So sicherst du dich ab:
- 1. Vertrag lesen: Prüf vor dem Inserat, was deine Kasko zu Probefahrten sagt.
- 2. Schriftlich vereinbaren: Haltet vor der Fahrt fest, wer bei einem Schaden zahlt und bis zu welcher Höhe.
- 3. Führerschein prüfen: Über 3.500 kg zulässiger Gesamtmasse reicht Klasse B nicht. Ermöglichst du schuldhaft eine Fahrt ohne passende Fahrerlaubnis, kann der Versicherer nach § 5 KfzPflVV auch bei dir als Halter bis 5.000 Euro zurückfordern. Welche Klasse nötig ist, liest du im Ratgeber Wohnmobil-Führerschein.
- 4. Mitfahren: Lass dir den Ausweis zeigen und fahr selbst mit.
Mehr zu Besichtigung und Übergabe steht im Ratgeber Wohnmobil privat verkaufen, zur sicheren Bezahlung unter Sicher handeln.
Wie bleibt dein Wohnmobil im Winter versichert?
Mit Saisonkennzeichen zahlst du Steuer und Versicherung nur für die gewählten Monate. In der Ruhezeit bleibt Schutz bestehen, wenn das Fahrzeug richtig abgestellt ist.
Laut HUK-COBURG nutzen rund 184.000 Wohnmobilbesitzer ein Saisonkennzeichen, der Zeitraum liegt zwischen zwei und elf Monaten. Außerhalb der Saison greift die Ruheversicherung: die Haftpflicht etwa, wenn auslaufendes Öl das Erdreich verschmutzt, die Teilkasko bei Sturm, Kurzschluss-Brand oder Diebstahl. Kaskoschutz gibt es in der Ruhezeit aber nur, wenn die Kasko schon vorher Teil des Vertrags war, und laut AUTO ZEITUNG meist nur mit vereinbarter Ruheversicherung.
Drei Regeln für die Ruhezeit:
- Richtiger Abstellort: Das Fahrzeug muss in einem Raum oder zumindest auf einem umfriedeten Platz stehen, also mit Zaun oder Hecke. Beim Carport sollten die offenen Seiten mindestens mit einer Kette gesichert sein.
- Nicht auf der Straße: Dauerparken auf öffentlichen Straßen oder Plätzen ist nicht erlaubt, laut HUK drohen 40 Euro Bußgeld und Abschleppen.
- Nicht fahren: Fahrten sind in der Ruhezeit nicht versichert.
Einen Winterplatz findest du unter Stellplätze, die technische Vorbereitung im Ratgeber Wohnmobil winterfest machen.
Wie findest du den passenden Tarif?
So findest du den passenden Tarif: Erst legst du fest, welchen Schutz du brauchst, dann vergleichst du die Leistungen und erst zum Schluss den Preis.
- 1. Fahrzeugdaten sammeln: Erstzulassung, Listenneupreis, Sonderausstattung, zulässige Gesamtmasse und Fahrzeugart aus Feld 5 bereitlegen.
- 2. SF-Klasse klären: Pkw-Einstufung bestätigen lassen und schriftlich fragen, ob der Versicherer sie für das Wohnmobil anerkennt.
- 3. Fahrerkreis festlegen: Nur eintragen, wer wirklich fährt, und auf Altersgrenzen im Tarif achten.
- 4. Deckungssumme prüfen: In der Haftpflicht eine pauschale Deckung von 100 Millionen Euro statt der gesetzlichen Mindestsummen wählen.
- 5. Kasko-Bausteine festlegen: Neu- oder Kaufpreisentschädigung möglichst für 24 Monate, Verzicht auf den Einwand grober Fahrlässigkeit, Tierbisse mit Folgeschäden.
- 6. Lücken schließen: Inhaltsversicherung, Auslandsschadenschutz und Fahrerschutz nach Bedarf ergänzen, den Schutzbrief nur, wenn dein Clubschutz Höhe und Gewicht deines Wohnmobils nicht abdeckt.
- 7. Ehrlich angeben: Abstellort, Saisonzeitraum und Nutzung korrekt melden. Falsche Angaben können dich später Leistungen kosten.
- 8. Kleingedrucktes lesen: Regeln zu Feuchtigkeit, Gasanlage, Probefahrten, Ruhezeit und Auslandsgeltung prüfen.
- 9. Rabatte nutzen: Clubmitglieder bekommen laut promobil oft 10 bis 15 Prozent Nachlass, manche Versicherer geben einen Rabatt fürs GFK-Dach.
- 10. Jedes Jahr nachrechnen: Für die meisten Kfz-Verträge ist laut Verbraucherzentrale Hamburg der 30. November Stichtag für die Kündigung. Vorher lohnt ein Anruf beim bisherigen Versicherer.
Unser Fazit: Erst den Schutz festlegen, dann den Preis vergleichen
Pflicht ist beim Wohnmobil nur die Haftpflicht, sinnvoll ist meist mehr. Für junge und hochwertige Fahrzeuge lohnt die Vollkasko mit Neu- oder Kaufpreisentschädigung und Verzicht auf den Einwand grober Fahrlässigkeit, für ältere reicht oft die Teilkasko. Hast du Technik, E-Bikes oder Campingausrüstung an Bord, gehört eine Inhaltsversicherung dazu, denn die Kasko zahlt nur fest verbaute Teile.
Zwischen den Anbietern liegen oft Hunderte Euro. Prüf deshalb jedes Jahr Leistungen und Preis und halte Gewicht, Gasprüfung und Dichtigkeitsprüfung im Griff, damit der Schutz im Ernstfall greift. Suchst du gerade ein Fahrzeug, findest du Angebote von privat und vom Händler unter Wohnmobile und Camper auf Campuna. Weitere Ratgeber rund ums Camping findest du in unserem Ratgeber-Bereich.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Ist ein Wohnmobil günstiger zu versichern als ein Auto?
Ist mein Hausrat im Wohnmobil über die Hausratversicherung versichert?
Brauche ich für das Wohnmobil im Ausland eine Grüne Karte?
Wann kann ich meine Wohnmobil-Versicherung kündigen?
Was zahlt die Teilkasko beim Wohnmobil?
Quellen & Transparenz
- Gesetze im Internet: Anlage zum Pflichtversicherungsgesetz, Mindestversicherungssummen
- Gesetze im Internet: § 5 Kfz-Pflichtversicherungsverordnung, Obliegenheiten und Leistungsfreiheit
- GDV: Allgemeine Bedingungen für die Kfz-Versicherung (AKB 2015), unverbindliche Musterbedingungen (Stand 12.10.2017)
- GDV, Die Versicherer: Die 5 wichtigsten Versicherungen für Wohnmobile (11.08.2026)
- AUTO ZEITUNG: Wohnmobil-Versicherung, alles zu Kosten, Leistungen und Tipps (25.03.2026)
- promobil: Tarifvergleich Versicherung für Reisemobile und Campingbusse (15.11.2022, Preise recherchiert im Oktober 2021)
- promobil: Wohnmobil-Versicherung günstiger als Pkw? Prämien und Fallstricke (25.09.2026)
- promobil: Überladung im Wohnmobil, Strafen in Deutschland und im Ausland (20.11.2024)
- Verbraucherzentrale NRW: Fürs Camping richtig versichert (23.07.2025)
- HUK-COBURG: Verbrauchertipp Ruheversicherung bei Saisonkennzeichen (24.07.2025)
Campuna-Redaktion
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