Das Wichtigste in Kürze
Für alle, die mit Wohnmobil oder Wohnwagen in den Schnee wollen: So findest du den passenden Platz und bringst Gas, Strom und Wasser gut durch den Frost.
- Ein guter Winterplatz hat beheizte Sanitäranlagen, einen Trockenraum und Strom mit 16 Ampere. Ob er wirklich ganzjährig öffnet, steht auf PiNCAMP unter „Betriebszeit“.
- Heize mit Propan: Butan verdampft unter etwa 0 °C nicht mehr. Eine 11-kg-Flasche reicht bei Frost laut ADAC nur etwa zwei bis drei Tage.
- Der Abwassertank friert zuerst ein. Lass den Ablasshahn offen und stell einen Eimer darunter, Frischwasser bleibt im beheizten Innenraum.
- Seit dem 01.10.2024 zählen bei Schnee und Glätte nur noch Reifen mit Alpine-Symbol. Ohne sie drohen 60 Euro Bußgeld und ein Punkt.
- Nasser Schnee wird auf Dach und Vorzelt schnell sehr schwer. Räum regelmäßig und nimm ein Wintervorzelt mit Stahlgestänge und steilem Dach.
Draußen zeigt das Thermometer minus zehn Grad, drinnen sind es 20, und vor der Tür beginnt die Loipe. So kann Wintercamping aussehen. Es kann aber auch anders laufen: Der Abwassertank friert ein, die Gasflasche ist nach zwei Tagen leer und die Sicherung am Stromkasten fliegt, sobald der Heizlüfter anspringt.
Der Unterschied liegt fast immer in der Vorbereitung. An Plätzen mangelt es nicht: PiNCAMP by ADAC führt allein für Deutschland 245 Campingplätze unter dem Thema Wintercamping (Stand 24.10.2026). Doch nicht jeder davon ist ganzjährig geöffnet, und nicht jedes Fahrzeug ist für Dauerfrost gebaut. Wer das vorher klärt, spart sich in der ersten kalten Nacht viel Ärger.
In diesem Ratgeber erfährst du, woran du einen guten Winterplatz erkennst, welche Regionen sich lohnen und wie du Gas, Strom und Wasser frostsicher planst. Dazu klären wir die Regeln für Winterreifen und Schneeketten, die Kosten und was auf die Packliste gehört. Eine Tabelle zeigt geprüfte Winterplätze in acht Regionen. Grundlage sind Angaben von ADAC, PiNCAMP, promobil und den Gesetzestexten.
Woran erkennst du einen Campingplatz, der für Wintercamping taugt?
Ein guter Winterplatz hat beheizte Sanitäranlagen, einen Trockenraum und Stromanschlüsse mit ausreichender Absicherung, idealerweise 16 Ampere. Liegen dann noch Loipe, Skilift oder Skibus in der Nähe, passt er für einen echten Winterurlaub.
Laut ADAC gehören in Wintersportregionen beheizte Sanitäranlagen, Aufenthaltsräume, Trockenräume für die Skiausrüstung und Saunen häufig zur Grundausstattung. Diese Punkte solltest du vor der Buchung prüfen:
- Betriebszeit: „Winterplatz“ heißt nicht automatisch „ganzjährig geöffnet“. Einige Plätze machen zwischen Anfang November und kurz vor Weihnachten Pause, etwa der KNAUS Campingpark Walkenried im Harz, der laut PiNCAMP vom 01.01. bis 01.11. und vom 23.12. bis 31.12. geöffnet hat.
- Beheizte Sanitäranlagen: Frag im Zweifel nach, ob alle Gebäude im Winter offen und beheizt sind.
- Trockenraum: Nasse Skisachen und Jacken gehören nicht ins Fahrzeug, sonst steigt die Luftfeuchte. Viele Winterplätze bieten einen Skitrockenraum.
- Strom mit genug Ampere: Campingplätze sind laut TCS zwischen 4 und 16 Ampere abgesichert. Im Winter solltest du 16 Ampere anpeilen.
- Wintersport in der Nähe: Auf PiNCAMP stehen bei jedem Platz die Entfernungen zu Loipe, Skilift und Skibushaltestelle.
So findest du ganzjährig geöffnete Plätze am schnellsten: Auf der Themenseite Wintercamping in Deutschland von PiNCAMP kannst du zusätzlich nach Wintersport filtern. Auf jeder Platzseite steht unter „Betriebszeit“, ob er ganzjährig geöffnet ist, und bei der Ausstattung die Absicherung der Steckdosen. Weitere Tipps zur Platzsuche liest du in unserem Ratgeber Campingplatz finden.
Faustformel für Einsteiger
Welche Regionen in Deutschland eignen sich für Wintercamping?
Für Wintersport eignen sich vor allem das Allgäu und die Mittelgebirge wie Schwarzwald, Bayerischer Wald, Harz, Sauerland, Erzgebirge und Fichtelgebirge. An Nord- und Ostsee geht es im Winter eher um Ruhe und Strandspaziergänge als um Pisten.
PiNCAMP führt eigene Wintercamping-Listen für das Allgäu (34 Plätze), den Schwarzwald (29), den Harz (23), den Bayerischen Wald (17) und das Sauerland (15), Stand 24.10.2026. Die Tabelle zeigt pro Region ein Beispiel, dessen Betriebszeit wir auf PiNCAMP geprüft haben. Sie ist keine Rangliste, sondern ein Startpunkt.
Wintercamping-Regionen in Deutschland mit geprüftem Beispielplatz (Stand 24.10.2026)
| Region | Was dich im Winter erwartet | Geprüftes Beispiel | Betriebszeit und Winter-Infos laut PiNCAMP |
|---|---|---|---|
| Allgäu | Alpenrand mit Loipen, Skigebieten und Seen | Camping Brunnen, Schwangau | ganzjährig geöffnet, 800 m, Loipe 300 m, Skilift 3 km, 16 A |
| Schwarzwald | Mittelgebirge mit Loipen und Skiliften | Family-Resort Kleinenzhof, Bad Wildbad | ganzjährig geöffnet, 480 m, Loipe 4 km, Skilift 8 km, 16 A |
| Bayerischer Wald | Waldreiches Mittelgebirge mit Langlauf und Skigebieten | KNAUS Campingpark Lackenhäuser, Neureichenau | 01.01. bis 08.11. und 23.12. bis 31.12., 850 m, Skilift 3,5 km, Skitrockenraum, 16 A |
| Harz | Loipen und Lifte, zum Beispiel rund um Braunlage und Hahnenklee | Camping Braunlage, Braunlage | ganzjährig geöffnet, 600 m, Loipe 500 m, Skilift 3 km, 16 A |
| Sauerland | Skigebiet Winterberg mit rund 200 km Loipennetz | Campingpark Hochsauerland, Winterberg | ganzjährig geöffnet, 700 m, Skilift direkt am Platz, 16 A |
| Erzgebirge | Loipen und Skilifte, etwa rund um Altenberg | Erzgebirgscamp Neuclausnitz, Rechenberg-Bienenmühle | ganzjährig geöffnet, 553 m, Loipe 3 km, Skilift 4,3 km, Skibus 100 m, 16 A |
| Fichtelgebirge | Langlauf und Abfahrt rund um Fichtelberg | Camping Fichtelsee, Fichtelberg | 01.01. bis 31.10. und 18.12. bis 31.12., 800 m, Loipe 300 m, Skilift 1 km, Skitrockenraum, 16 A |
| Nordsee und Ostsee | Strand, Wind und Ruhe statt Piste | Nordsee-Camping Neuharlingersiel, Neuharlingersiel | ganzjährig geöffnet, 16 A, keine Wintersport-Angaben |
Ist dein Wohnmobil oder Wohnwagen wintertauglich?
Wintertauglich ist ein Fahrzeug, das bis etwa 0 °C problemlos nutzbar ist. Winterfest heißt, dass es auch bei -15 °C innen angenehm warm bleibt. Beides ist genormt: Für Wohnmobile gilt die DIN EN 1646-1, für Caravans die EN 1645-1.
Was ein Fahrzeug winterfest macht, hat der ADAC in einem Test winterfester Wohnwagen untersucht. Ein Sommercaravan kühlte dort bei 5 °C Außentemperatur in rund 200 Minuten von 20 auf 11 °C ab, die Wintermodelle brauchten je nach Modell rund 250 bis über 350 Minuten. Entscheidend sind diese Punkte:
- Isolierung: Gut gedämmter Aufbau, Isolierverglasung, gedämmte Radkästen und Eingangstüren. Bei Wohnmobilen mit einfach verglastem Fahrerhaus helfen nur Thermomatten und schwere Vorhänge.
- Heizung: Sie muss ausreichend stark sein. Eine Warmwasserheizung hält die Temperatur gleichmäßiger und arbeitet leiser, braucht aber länger zum Aufheizen. Die meisten Wohnmobile heizen mit Gas oder Diesel.
- Frostsichere Wasserinstallation: Frischwassertanks im Innenraum oder gedämmt, dazu ein beheizter oder innenliegender Abwassertank. Liegt der Abwassertank ungeschützt unter dem Boden, wird er im Frost zum Problem.
Wer nur gelegentlich im Winter campt, kommt laut ADAC auch mit einem Standardmodell aus, muss aber mit höheren Gas- und Stromkosten rechnen. Suchst du gezielt ein wintertaugliches Fahrzeug, achte im Inserat auf Warmwasserheizung, innenliegende Tanks und einen beheizten Abwassertank. Gebrauchte Modelle findest du unter Wohnmobile und Wohnwagen auf Campuna.
Propan oder Butan: Welches Gas brauchst du im Winter?
Im Winter brauchst du Propan. Butan verdampft unter etwa 0 °C nicht mehr, dann bekommt die Heizung kein Gas, obwohl die Flasche noch voll ist. Laut PiNCAMP liegt der Siedepunkt von Propan bei -42 °C, der von Butan bei -1 °C.
In Deutschland bist du mit den üblichen Flaschen meist auf der sicheren Seite: Graue und rote 11-kg-Flaschen sind laut promobil überwiegend mit Propan gefüllt. Die blauen Campingaz-Flaschen enthalten dagegen hauptsächlich Butan. Füllst du eine Tankflasche an der Autogas-Tankstelle, achte auf das Wintergemisch: Es besteht laut PiNCAMP aus 95 Prozent Propan und 5 Prozent Butan. Frag an der Tankstelle nach, ob sie es schon führt.
Wie viel Gas verbrauchst du im Winter?
Deutlich mehr als im Sommer, weil die Heizung oft durchläuft. Eine 11-kg-Flasche reicht laut ADAC bei Frost nur etwa zwei bis drei Tage.
- 1. Zweite Flasche einplanen: Eine Zweiflaschenanlage mit Umschaltautomatik gilt laut ADAC im Winter als Grundausstattung. Ist eine Flasche leer, schaltet die Anlage auf die volle um.
- 2. Füllstand prüfen: Gasflaschen haben meist keine Anzeige. Eine Gaswaage zeigt dir, wann du tauschen musst.
- 3. Gasdruckregler schützen: Eine elektrische Reglerheizung verhindert, dass der Regler bei großer Kälte vereist.
- 4. Tauschmöglichkeit klären: Frag schon bei der Buchung, ob der Platz Flaschen tauscht oder wo der nächste Händler ist.
Prüf vor der Saison auch das Datum deiner Gasprüfung. Seit dem 19.06.2025 ist sie nach DVGW G 607 für Flüssiggasanlagen in Freizeitfahrzeugen alle 2 Jahre Pflicht.
Achtung bei Anhängelast & Stützlast
Wie viel Strom brauchst du beim Wintercamping?
Plan für den Winter mit 16 Ampere am Platz. Bei 230 Volt sind das rechnerisch rund 3.680 Watt, bei 6 Ampere nur etwa 1.380 Watt. Ein Heizlüfter mit 2.000 Watt zieht allein schon knapp 9 Ampere.
Laufen dazu noch Kühlschrank und Kaffeemaschine am Landstrom, fliegt an einem schwach abgesicherten Anschluss schnell die Sicherung. Rechne deshalb die Leistung aller Geräte zusammen, die gleichzeitig laufen. Heizen mit Gas ist laut ADAC meist günstiger als mit Strom, rein elektrisch solltest du nur im Notfall heizen.
- Kabeltrommel komplett abrollen: Ein aufgewickeltes Kabel unter Last erhitzt sich wie eine Spule und kann den Überhitzungsschutz auslösen.
- Richtiger Querschnitt: Für das Campingkabel empfehlen TCS und promobil mindestens 2,5 mm².
- Kabel schützen: Leg das Kabel so, dass es nicht am Boden festfriert und kein Schneeräumer es beschädigen kann.
- Heizlüfter nie unbeaufsichtigt: Wegen der hohen Leistung und Brandgefahr gehört er ausgeschaltet, wenn du den Camper verlässt.
- Batterie im Blick behalten: Bei Kälte liefern Batterien weniger Leistung, gleichzeitig steigt der Verbrauch.
Wie schützt du Frischwasser und Abwasser vor Frost?
Solange das Fahrzeug beheizt ist und das Wasser innen liegt, friert laut ADAC nichts ein. Kritisch ist ein ungedämmter Abwassertank unter dem Boden: Lass den Ablasshahn offen und stell einen Eimer darunter. Das Abwasser kannst du dann als Eisblock entsorgen.
Liegt der Frischwassertank im beheizten Innenraum, kannst du ihn auch im Winter nutzen. Hast du keinen frostsicheren Tank, lagere Wasser in Kanistern im warmen Innenraum und entleere nachts die Leitungen.
Bei Truma-Combi-Heizungen schützt ein FrostControl-Ventil den Boiler. Es öffnet laut Hersteller automatisch, wenn die Temperatur am Ventil unter etwa 3 °C fällt, und lässt das Wasser ab. Schalte die Heizung bei Frost deshalb nicht ganz aus, rät Truma in einem Beitrag bei promobil. Bleibt das Fahrzeug länger unbeheizt stehen, entleerst du das Wassersystem möglichst vollständig.
Wie vermeidest du Kondenswasser im Camper?
Lüfte mehrmals am Tag kurz und kräftig, vor allem morgens, nach dem Kochen und nach dem Duschen. Gleichmäßig heizen und regelmäßig lüften verhindert laut ADAC, dass sich Feuchtigkeit an kalten Flächen sammelt.
- Lüftungen frei halten: Zwangsentlüftungen dürfen nicht zuschneien. Lass die Dachluke einen Spalt offen, das verbessert die Luftzirkulation.
- Nasses nach draußen: Trockne Jacken, Handschuhe und Skisachen im Vorzelt oder im Trockenraum des Platzes, nicht im Fahrzeug.
- Fenster abwischen: Wisch beschlagene Scheiben morgens trocken, damit kein Wasser in Polster und Holz läuft.
- Schränke öffnen: Öffne Staufächer an Außenwänden ab und zu, damit warme Luft hineinkommt.
Was tust du gegen Schnee auf Dach und Vorzelt?
Räum das Dach regelmäßig, vor allem bei nassem Schnee. Der kann laut ADAC zur tonnenschweren Last werden, während wenige Zentimeter Pulverschnee sogar isolieren.
Mit Teleskopbesen und Leiter geht das am einfachsten. Vor jeder Abfahrt sollte das Dach komplett frei sein. Halte auch den Kamin der Heizung frei, eine Kaminverlängerung oder ein Kaminschild schützt ihn vor Schnee und Eis. Auf dem Stellplatz rät der ADAC, die Stützen auf Bretter zu setzen und die Handbremse am Wohnwagen zu lösen. Sichere ihn stattdessen mit Unterlegkeilen.
Welches Vorzelt hält Schnee aus?
Ein Wintervorzelt hat laut promobil ein steiles, nach vorn geneigtes Pultdach, damit der Schnee abrutscht, und meist ein Stahlgestänge mit 25 bis 28 mm Durchmesser. Bessere Modelle haben zusätzliche Dachstangen und dickes PVC. Die genannten Modelle kosten ab rund 490 Euro bis über 2.200 Euro.
Ein leichtes Sommervorzelt hat diese Verstärkungen meist nicht. Bei Schneefall baust du es besser ab. Gebrauchte Vorzelte, Thermomatten und Heizungszubehör findest du in der Kategorie Camping-Zubehör.
Welche Regeln gelten für Winterreifen und Schneeketten?
In Deutschland gilt eine situative Winterreifenpflicht. Bei Glatteis, Schneeglätte, Schneematsch, Eis- oder Reifglätte darfst du nur mit Reifen fahren, die das Alpine-Symbol tragen. Eine feste Frist im Kalender gibt es nicht, die Regel steht in § 2 Abs. 3a StVO.
- Nur noch Alpine-Symbol: Reifen, die nur M+S tragen, zählen seit dem 01.10.2024 nicht mehr als Winterreifen. Bis zum 30.09.2024 galt laut ADAC noch eine Übergangsfrist für M+S-Reifen, die vor 2018 hergestellt wurden. Auch Ganzjahresreifen brauchen das Alpine-Symbol.
- Alle vier Räder: Die Pflicht ist laut ADAC nur erfüllt, wenn Winterreifen auf allen vier Radpositionen montiert sind.
- Bußgeld: Ohne passende Reifen kostet es 60 Euro, mit Behinderung anderer 80 Euro, jeweils plus einen Punkt in Flensburg. Der Halter zahlt 75 Euro und bekommt ebenfalls einen Punkt.
- Anhänger: Für den Wohnwagen gilt die Pflicht nicht. Der ADAC empfiehlt trotzdem auch für Anhänger passende Reifen.
- Profiltiefe: Gesetzlich sind 1,6 mm vorgeschrieben. Der ADAC empfiehlt für Winterreifen mindestens 4 mm.
- Schneeketten: Eine generelle Pflicht gibt es nicht. Steht das Zeichen 268, darfst du laut ACE nur mit Ketten weiterfahren, sonst drohen 20 Euro. Mit Ketten gilt höchstens Tempo 50.
Wie fährst du mit dem Gespann sicher auf Schnee?
Fahr langsam, halte viel Abstand und bremse vor Kurven früh und geradeaus. Bergab schaltest du rechtzeitig zurück, damit die Auflaufbremse des Wohnwagens nicht blockiert. Das empfiehlt promobil für Caravan-Gespanne im Winter.
Die Schneeketten gehören auf die Antriebsräder des Zugfahrzeugs, bei Frontantrieb also nach vorn, bei Allradantrieb nach Herstellerangabe. Ketten am Wohnwagen brauchst du nur in Ausnahmefällen, etwa auf steilen, vereisten Gefällstrecken, auf denen die Räder des Anhängers blockieren könnten.
- 1. Ketten vorher üben: Montier sie zu Hause auf trockenem Boden, mit Handschuhen, Warnweste und Stirnlampe.
- 2. Ruhig fahren: Keine abrupten Lenk- oder Bremsmanöver. Mit Anhänger gilt auf der Autobahn grundsätzlich Tempo 80, mit Ketten höchstens 50.
- 3. Hilfsmittel einpacken: Sand, Schaufel und Spaten helfen, wenn du in einer Schneewehe festsitzt.
- 4. Route planen: Fahr möglichst nur auf geräumten, befestigten Straßen und frag vorab nach dem Zustand der Zufahrt zum Platz.
Was gehört auf die Packliste fürs Wintercamping?
Neben warmer Kleidung brauchst du vor allem Ausrüstung gegen Schnee, Frost und Feuchtigkeit: Schaufel, Besen, Thermomatten, Reserve-Gas und Schneeketten. Die Checkliste fasst die Empfehlungen von ADAC und promobil zusammen.
Checkliste: Winterausrüstung für Wohnmobil und Wohnwagen
| Bereich | Ausrüstung | Wozu |
|---|---|---|
| Fahren | Reifen mit Alpine-Symbol, Schneeketten, Handschuhe, Stirnlampe | Pflicht bei Glätte, Ketten bei Zeichen 268 |
| Schnee | Klappschaufel, Teleskopbesen, Leiter | Dach, Vorzelt und Zufahrt räumen |
| Stellplatz | Bretter oder Unterlegplatten, Unterlegkeile | Stützen auf gefrorenem Boden, Wohnwagen ohne Handbremse sichern |
| Gas | zweite 11-kg-Flasche Propan, Umschaltautomatik, Thermohaube für den Gaskasten | Reserve für zwei bis drei Tage, Regler vor Kälte schützen |
| Heizung | Kaminverlängerung oder Kaminschild | Abgasweg bei Schnee frei halten |
| Strom | CEE-Kabel mit 2,5 mm², ganz abgerollt | Landstrom ohne Überhitzung |
| Wasser | Eimer, Wasserkanister, Frostschutz für die Scheibenwaschanlage | Abwasser auffangen, Frischwasser im Warmen lagern |
| Dämmung | Thermomatten für Fenster und Türen | weniger Wärmeverlust und Kondenswasser |
| Pflege | Eiskratzer, Enteiserspray, Silikonspray für Dichtungen | Türen und Klappen frieren nicht fest |
| Notfall | kältefeste Starthilfekabel oder Powerbank mit Starthilfe, Abschleppseil, Sand | wenn Batterie oder Traktion nachlassen |
| Komfort | warme Bettwaren, Winterkleidung, Heizmatten für die Füße | warm schlafen, warme Füße |
Was kostet Wintercamping?
Rechne mit ähnlichen Platzpreisen wie im Sommer und mit deutlich höheren Nebenkosten für Strom und Gas. In Skigebieten ist der Winter laut PiNCAMP eine zweite Hauptsaison, dort wird es also nicht günstiger.
Laut PiNCAMP kostet eine Nacht in Deutschland in der Hauptsaison im Schnitt 40 Euro für eine Familie mit einem Kind (Stand 2025). Der größte Unterschied zum Sommer liegt beim Strom: Im Winter erhöhen viele Plätze die Pauschale oder rechnen nach Zähler ab.
Typische Kosten beim Wintercamping
| Posten | Richtwert | Hinweis |
|---|---|---|
| Campingplatz pro Nacht | im Schnitt 40 Euro | Familie mit einem Kind, Hauptsaison, Stand 2025 |
| Strom pauschal | 3 bis 6 Euro pro Nacht | im Winter oft höher oder nach Zähler |
| Strom nach Zähler | teils 1 Euro oder mehr pro kWh | je nach Platz |
| Gas | eine 11-kg-Flasche für etwa zwei bis drei Tage | bei Frost und laufender Heizung |
| Wintervorzelt | ab rund 490 bis über 2.200 Euro | je nach Modell und Größe |
| Schneeketten | günstige Modelle deutlich unter 100 Euro | Premium-Ketten etwa viermal so teuer |
Prüf also vor der Buchung, wie der Platz Strom abrechnet und ob Rabattkarten für die Nebensaison im Winter gelten. Was Anfahrt, Sprit und Maut zusätzlich kosten, rechnest du mit dem Reisekosten-Rechner vorab aus.
Unser Fazit: Mit Propan, 16 Ampere und Plan B fürs Abwasser wird Wintercamping entspannt
Wintercamping in Deutschland ist gut machbar, wenn Platz und Fahrzeug zusammenpassen. Such dir einen Platz mit beheizten Sanitäranlagen, Trockenraum und 16 Ampere und prüf auf PiNCAMP, ob er in deinem Reisezeitraum wirklich geöffnet hat. Heize mit Propan, nimm eine zweite Gasflasche mit und lass bei einem ungedämmten Abwassertank den Hahn über einem Eimer offen.
Auf der Straße zählen Reifen mit Alpine-Symbol, geübte Schneeketten und eine ruhige Fahrweise mit dem Gespann. Und wenn dir der Winter so gut gefällt, dass du jedes Jahr in dieselbe Region willst, lohnt sich ein fester Platz: Stell- und Dauerstellplätze findest du in unserer Kategorie Stellplätze. Weitere Tipps rund ums Camping liest du im Campuna-Ratgeber.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wo kann man in Deutschland im Winter campen?
Bis wie viel Grad kann man im Wohnwagen campen?
Braucht ein Wohnwagen im Winter Winterreifen?
Muss ich beim Wintercamping das Wasser ablassen?
Wie lange reicht eine Gasflasche beim Wintercamping?
Quellen & Transparenz
- ADAC: Winterreifenpflicht in Deutschland, wann muss ich Winterreifen aufziehen? (08.10.2026)
- ADAC Presse: Winterreifen brauchen „Alpine“-Symbol, Übergangsfrist bis 30.09.2024 (12.10.2017)
- Straßenverkehrs-Ordnung, § 2 Abs. 3a: Fahren bei Glätte und Schnee
- ADAC: Winterfeste Wohnwagen im Test, Experten-Tipps (08.12.2025)
- ADAC Berlin-Brandenburg: Tipps fürs Wintercamping (18.11.2025)
- PiNCAMP by ADAC: Wintergas beim Camping (31.10.2024)
- PiNCAMP by ADAC: Wintercamping in Deutschland, 245 Plätze (abgerufen 24.10.2026)
- promobil: Wohnmobil-Gasflaschen Ratgeber (12.09.2022)
- promobil: Wintervorzelte für Wohnwagen, wichtige Merkmale im Überblick (25.09.2025)
- promobil: Praxis-Tipp Schneeketten am Caravan-Gespann (29.12.2021)
Campuna-Redaktion
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