Das Wichtigste in Kürze
Für alle, die einen festen Platz für Wohnwagen oder Mobilheim suchen: So rechnest du die echten Jahreskosten aus und erkennst schwierige Verträge früh.
- Die Platzmiete gibt es pauschal oder pro Quadratmeter. Gemeindeplätze verlangen laut ihren Preislisten zum Beispiel 7 Euro (Ensdorf) oder 11 Euro (Mainhausen) pro m² und Jahr.
- Strom rechnen die Beispielplätze über einen eigenen Zähler ab: 0,55 bis 0,70 Euro pro kWh plus Zählermiete. Im Rechenbeispiel ist das der zweitgrößte Posten.
- Kurtaxe und Zweitwohnungsteuer hängen von der Satzung der Gemeinde ab. Gerichte haben die Zweitwohnungsteuer für Dauercamper bereits bestätigt.
- Der Vertrag läuft oft ein Jahr und verlängert sich automatisch. Den Kündigungsschutz einer Mietwohnung hast du auf dem Dauerplatz nicht.
- Mit dem Wohnwagen kaufst du nicht den Platz. Für die Übernahme brauchst du einen eigenen Vertrag mit dem Betreiber, teils fällt eine Provision an.
Ein Wohnwagen, der von April bis Oktober am See steht, das Vorzelt ist aufgebaut, der Grill steht bereit: Am Freitagabend fährst du nur noch hin und schließt die Tür auf. Genau das ist Dauercamping. Bevor du unterschreibst, steht aber eine Frage im Raum: Was kostet ein Dauercampingplatz wirklich, wenn Strom, Müll, Besuch und Abgaben dazukommen?
Die Antwort steht selten auf einem einzigen Preisschild. Manche Plätze verlangen eine Pauschale, andere rechnen pro Quadratmeter ab. In allen Preislisten, die wir ausgewertet haben, kommt Strom nach Zähler dazu. Wer nur auf die Platzmiete schaut, unterschätzt die Jahreskosten schnell um mehrere Hundert Euro.
Hier rechnen wir mit echten Preislisten von Gemeindeplätzen aus Hessen und dem Saarland und mit den Vertragsbedingungen eines privaten Platzes in Niedersachsen. Du bekommst alle Nebenkosten in einer Tabelle, die Regeln für Vertrag, Vorzelt und Zaun, die Übernahme einer Parzelle mit Wohnwagen, Vor- und Nachteile und eine Checkliste.
Was bedeutet Dauercamping, Saisonplatz und Jahresplatz?
Beim Dauercamping mietest du eine feste Parzelle für eine Saison oder ein ganzes Jahr, und dein Wohnwagen oder Mobilheim bleibt die ganze Zeit dort stehen. Du reist also nicht mit dem Gespann an, sondern nur mit Gepäck.
Die Begriffe verwenden die Plätze nicht einheitlich. Grob lassen sich drei Modelle unterscheiden:
- Saisonplatz: Du mietest die Parzelle für die Sommermonate, oft von April bis Oktober, und zahlst teils monatlich. Was im Winter mit dem Wohnwagen passiert, regelt der Vertrag.
- Jahresplatz: Der Vertrag läuft zwölf Monate, beim Südsee-Camp in Niedersachsen zum Beispiel vom 1. Januar bis 31. Dezember. Der Wohnwagen bleibt auch im Winter stehen, selbst wenn der Platz zeitweise geschlossen ist.
- Dauerstellplatz oder Dauerpacht: So heißt der Vertrag oft auf Gemeindeplätzen. Gemeint ist ebenfalls ein Platz für zwölf Monate, etwa vom 1. April bis 31. März.
Ob im Vertrag Miete oder Pacht steht, ist zweitrangig. Wichtig sind Laufzeit, Kündigungsfrist und Nebenkosten. Wenn du schon suchst, kannst du auf Campuna Dauercampingplätze finden und Angebote vergleichen.
Was kostet ein Dauercampingplatz im Jahr?
Je nach Platz und Größe der Parzelle kommen schnell 1.500 Euro oder mehr im Jahr zusammen, das schreibt auch dieARAG. Den größten Teil macht die Platzmiete aus, in unseren Beispielen folgt danach der Strom.
Pauschale oder Preis pro Quadratmeter?
Gemeindeplätze legen ihre Preise in Gebührenordnungen offen und zeigen gut, wie sich die Kosten eines Dauercampingplatzes zusammensetzen:
- Mainhausen (Hessen): Laut Gebührenordnung der Gemeinde kostet ein Dauerstellplatz mit Stromanschluss 11 Euro pro m² und Jahr, gültig seit dem 1. Januar 2023.
- Ensdorf (Saarland): Die Preisliste für die Saison 2026/2027 nennt 7 Euro pro m² für die Saison, die dort von April bis März läuft. Dazu kommen 0,60 Euro pro m² für Instandhaltung, 0,95 Euro pro m² Reinigungspauschale und eine Pflicht-Saisonkarte fürs Freibad mit 90 Euro pro Erwachsenem.
- Bruchköbel (Hessen): Die Stadt hat Ende 2023 in einer Beschlussvorlage vorgeschlagen, die Dauerpacht ab 2025 von 6 auf 15 Euro pro m² anzuheben, weil die bisherigen Preise die Kosten nicht deckten.
Achte auch darauf, wer im Preis steckt: Im Südsee-Camp sind zwei Erwachsene, bis zu sechs Kinder und ein Auto in der Platzmiete enthalten.
Rechenbeispiel für eine Parzelle mit 100 m²
Rechenbeispiel: Dauerstellplatz mit 100 m² in Mainhausen (Gebühren seit 2023, Stromverbrauch angenommen)
| Posten | Betrag pro Jahr | Grundlage |
|---|---|---|
| Platzmiete | 1.100 Euro | 11 Euro pro m² |
| Müllabfuhrpauschale | 85 Euro | pauschal |
| Allgemeine Betriebskosten | 65 Euro | inklusive 15 Übernachtungen für Besuch |
| Gebühr für den Wohnwagen | 50 Euro | pro Wohnwagen auf der Parzelle |
| Stromzählermiete | 25 Euro | pauschal |
| Wasserzählermiete | 50 Euro | pauschal |
| Strom, angenommen 1.000 kWh | 550 Euro | 0,55 Euro pro kWh |
| Wasser und Abwasser | nach Verbrauch | Tarif der Gemeindesatzung |
| Summe | rund 1.925 Euro | ohne Wasser, Hund, Gäste und Abgaben |
Faustformel für Einsteiger
Welche Nebenkosten kommen beim Dauercamping dazu?
Zur Platzmiete kommen Strom, Müll und Wasser, je nach Gemeinde Kurtaxe oder Zweitwohnungsteuer, dazu Versicherung, Gasprüfung und Gebühren für Besuch. Die Tabelle zeigt, wie die Posten abgerechnet werden und was echte Preislisten verlangen.
Kostenbestandteile beim Dauercamping (Beispiele aus echten Preislisten und Verträgen)
| Posten | So wird abgerechnet | Beispiel |
|---|---|---|
| Platzmiete oder Pacht | pauschal pro Parzelle oder pro m², pro Saison oder Jahr | 7 Euro pro m² (Ensdorf), 11 Euro pro m² (Mainhausen) |
| Strom | eigener Zähler, Preis pro kWh plus Zählermiete | 0,70 Euro pro kWh und 5,50 Euro Zählermiete (Ensdorf), 0,55 Euro pro kWh und 25 Euro Zählermiete (Mainhausen) |
| Wasser und Abwasser | nach Zähler, als Pauschale oder per Umlage | Wasserzähler 50 Euro im Jahr (Mainhausen), Anschluss 90 Euro pro Einheit (Bruchköbel) |
| Müll | Pauschale pro Saison oder Jahr | 20 Euro (Ensdorf), 85 Euro (Mainhausen) |
| Kurtaxe | nur in Orten mit Kurbeitrag, oft als Jahrespauschale | laut Satzung der Gemeinde |
| Zweitwohnungsteuer | nur, wenn die Gemeinde eine Satzung dafür hat | rund 660 Euro für drei Jahre bei einem Mobilheim mit etwa 26 m² (Fall aus Schleswig-Holstein) |
| Versicherung | Kfz-Versicherung bei Zulassung oder Campingversicherung fürs Standfahrzeug | je nach Wert und Tarif |
| Gasprüfung | alle 2 Jahre nach DVGW G 607 | Pflicht für Freizeitfahrzeuge, auf manchen Plätzen auch Vertragsbedingung |
| Besuch | Tageskarte, Übernachtung oder Pauschale | 25 Euro Besucherpauschale (Ensdorf) |
| Kaution | einmalig, bei ordentlichem Auszug zurück | 500 Euro pro Parzelle (Südsee-Camp) |
Strom, Wasser und Besuch
Beim Strom unterscheiden sich die Plätze stark. In Bruchköbel schlug die Stadt vor, den Preis von 0,70 auf 0,42 Euro pro kWh zu senken und nur noch Energiepreis plus Steuern und Abgaben weiterzugeben. Frag deshalb immer nach kWh-Preis und Zählermiete. Wasser läuft über Zähler, Pauschale oder Umlage. Bei der Umlage zahlst du vorab, später wird mit den echten Kosten verrechnet.
Auch beim Besuch lohnt der Blick ins Kleingedruckte. In Mainhausen zahlst du ab dem dritten Erwachsenen 60 Euro im Jahr, in Ensdorf kostet eine Übernachtung 8 Euro pro Erwachsenem und 4,50 Euro pro Kind.
Kurtaxe und Zweitwohnungsteuer
Ob du Kurtaxe oder Zweitwohnungsteuer zahlst, entscheidet die Gemeinde, in der dein Platz liegt, nicht der Betreiber.
In Orten mit Kurbeitrag zahlen auch Dauercamper, oft als Jahrespauschale. Die Kurbeitragssatzung von Waischenfeld in Bayern erlaubt der Stadt zum Beispiel, mit Mietern von Dauerstellplätzen einen Jahrespauschalpreis zu vereinbaren.
Die Zweitwohnungsteuer trifft dich nur, wenn die Gemeinde eine passende Satzung hat. Laut Stiftung Warentest hat das Verwaltungsgericht Schleswig-Holstein entschieden, dass eine Gemeinde die Steuer für Mobilheime auf einem Campingplatz erheben darf. Kochnische, Toilette mit Spülung und Waschbecken mit fließendem Wasser reichten aus, die Räder schützten nicht vor der Steuer. Schon 2007 hielt das OVG Niedersachsen eine Zweitwohnungsteuer für Dauercamper für zulässig.
Versicherung, Gasprüfung und Kfz-Steuer
Bleibt dein Wohnwagen zugelassen, zahlst du Kfz-Haftpflicht, Kfz-Steuer und HU. Die Steuer beträgt 7,46 Euro je angefangene 200 kg zulässige Gesamtmasse, bei 1.500 kg also 59,68 Euro im Jahr. Die HU ist bei Wohnwagen über 750 kg alle 24 Monate fällig. Einen Wagen, der dauerhaft steht, kannst du laut ARAG abmelden, manche Plätze nehmen aber nur zugelassene Fahrzeuge.
Für abgemeldete Wohnwagen und Mobilheime gibt es eigene Campingversicherungen. Die ADAC Campingversicherung für Standfahrzeuge deckt zum Beispiel Wohnwagen oder Mobilheim bis 150.000 Euro ab, dazu Vorzelt, Pavillon und Nebengebäude bis 10 m². Voraussetzung: Das Fahrzeug steht auf einem offiziellen Campingplatz oder im Winterlager und dient nicht als Dauerwohnsitz. Eine Haftpflichtversicherung kann der Platz verlangen, im Südsee-Camp ist sie Pflicht.
Für Wohnwagen ist die Gasprüfung nach DVGW G 607 seit dem 19.06.2025 alle 2 Jahre Pflicht. Das Südsee-Camp verlangt die Plakette gut sichtbar am Wagen, fehlt sie, droht die Kündigung. Ablauf und Preise erklären wir im Ratgeber Gasprüfung: Kosten und Pflicht.
Was kostet die Anschaffung für den Dauerplatz?
Neben der Jahresmiete brauchst du eine Unterkunft: einen Wohnwagen, ein Mobilheim oder eine übernommene Parzelle samt Vorzelt und Terrasse. Für jede Variante gelten eigene Regeln.
- Wohnwagen: Auf dem Dauerplatz fährt er kaum noch, deshalb reicht oft ein älteres, gepflegtes Modell mit dichtem Aufbau. Aber Vorsicht: Im Südsee-Camp dürfen Wohnwagen, die älter als 20 Jahre sind, auf dem Platz nicht weiterverkauft werden. Passende Wohnwagen für den Dauerplatz findest du von privat und vom Händler, Tipps zur Besichtigung im Ratgeber gebrauchten Wohnwagen kaufen.
- Vorzelt: Für den Dauerplatz lohnt sich ein stabiles Modell. Manche Plätze schreiben das Material vor, im Südsee-Camp sind nur Vorzelte mit Alu-Gestänge erlaubt. Gebrauchte Vorzelte gibt es unter Camping-Zubehör.
- Mobilheim: Es bietet mehr Raum, hat aber keine Straßenzulassung. In Schleswig-Holstein darf es laut Landesverordnung höchstens 40 m² groß und 3,50 m hoch sein, seine Parzelle soll mindestens 120 m² haben. Neue und gebrauchte Mobilheime findest du in der Kategorie Tiny Houses.
- Terrasse und Gerätehaus: Im Südsee-Camp darf höchstens ein Drittel der Parzelle befestigt sein, ein Schuppen bis 5 m³ ist erlaubt.
- Einmalige Kosten: Kaution, Verwaltungsgebühr und bei einer Übernahme der Kaufpreis für Wohnwagen und Inventar. Mainhausen verlangt zum Beispiel je 80 Euro für Vertragsabschluss und Kündigung.
Welche Regeln gelten auf dem Dauercampingplatz?
Für dich gelten drei Regelwerke gleichzeitig: dein Vertrag, die Platzordnung und die Campingplatzverordnung deines Bundeslandes. Lies alle drei, bevor du unterschreibst.
Platzordnung: Besuch und Untervermietung
Untervermieten verbieten die Verträge aus Ensdorf und dem Südsee-Camp. Im Südsee-Camp führt es zur fristlosen Kündigung ohne Erstattung, in Ensdorf kann der Betreiber bei Verstößen gegen die Platzordnung sofort kündigen. Besuch ist im Südsee-Camp nur erlaubt, wenn ein Vertragspartner selbst da ist.
Pachtvertrag: Laufzeit, Kündigung und Preiserhöhung
Im Südsee-Camp läuft der Vertrag vom 1. Januar bis 31. Dezember und verlängert sich um ein Jahr, wenn keine Seite bis zum 30. September schriftlich kündigt. Die neuen Preise liegen ab dem 1. September aus, du siehst sie also vor Ende der Kündigungsfrist. Steigst du früher aus, schuldest du die volle Jahresmiete. In Ensdorf ist eine vorzeitige Kündigung gar nicht vorgesehen.
Eine Grenze für Preiserhöhungen wie bei Wohnungen solltest du nicht erwarten, das zeigt der Vorschlag aus Bruchköbel von 6 auf 15 Euro pro m².
Achtung bei Anhängelast & Stützlast
Vorzelt, Anbauten und Zaun: Was ist erlaubt?
Feste Bauten sind oft verboten oder streng begrenzt. Die Camping- und Wochenendplatzverordnung Schleswig-Holstein von 2022 ist ein gutes Beispiel:
- Vorzelt und Schutzdach: Sie gelten als Teil des Wohnwagens und sind erlaubt.
- Feste Anbauten und Zäune: Auf Standplätzen sind sie verboten.
- Ausnahmen: Ein Gerätehaus bis 10 m³ und ein nicht leicht entflammbarer Sichtschutz bis 2 m Höhe und 5 m Länge an höchstens zwei Seiten.
- Mobilität: Wohnwagen müssen jederzeit auf ihren Rädern vom Platz entfernt werden können.
Andere Bundesländer haben eigene Verordnungen, und der Platz kann strengere Regeln aufstellen. Im Südsee-Camp sind feste Zäune und Schutzdächer über Wohnwagen verboten, Anbauten an Mobilheimen brauchen eine schriftliche Genehmigung.
Faustformel für Einsteiger
Darfst du auf dem Dauercampingplatz wohnen?
In der Regel nein. Campingplätze dienen laut der Verordnung in Schleswig-Holstein dem vorübergehenden Bewohnen. Laut ARAG ist Wohnen in Sondergebieten, die der Erholung dienen, grundsätzlich nicht erlaubt, entscheidend ist der Bebauungsplan. Einen Wohnsitz auf dem Platz anzumelden, geht laut ARAG nur mit Zustimmung des Betreibers, und das Südsee-Camp schließt einen Erstwohnsitz ausdrücklich aus. Welche Ausnahmen es gibt, klären wir in einem eigenen Ratgeber.
Wie funktioniert die Übernahme einer Parzelle mit Wohnwagen?
Vom Vorbesitzer kaufst du Wohnwagen, Vorzelt und Inventar, den Platz aber mietest du neu beim Betreiber. Ohne seine Zustimmung bekommst du keinen Vertrag und musst den Wagen im schlimmsten Fall wieder abtransportieren.
Wie streng das geregelt sein kann, zeigt das Südsee-Camp. Ein Verkauf auf dem Platz braucht dort die vorherige schriftliche Zustimmung und einen Vermittlungsvertrag. Die Provision beträgt 10 Prozent des Kaufpreises, mindestens 250 Euro bei Wohnwagen und 500 Euro bei Mobilheimen, und eine gültige Gasprüfung ist Pflicht. Steigst du ab dem 1. Juli ein, zahlst du dort zwei Drittel, ab dem 1. Oktober ein Drittel der Jahresmiete.
- 1. Betreiber zuerst fragen: Klär vor jeder Preisverhandlung, ob der Platz dich als neuen Mieter akzeptiert und zu welchen Bedingungen.
- 2. Verkaufsregeln prüfen: Frag nach Provision, Altersgrenze für Wohnwagen und den nötigen Prüfungen.
- 3. Bauten abklären: Lass dir zeigen, welche Anbauten, Zäune und Terrassen genehmigt sind.
- 4. Kaufvertrag schriftlich machen: Liste alles auf, was mitverkauft wird, vom Vorzelt bis zum Kühlschrank, und lass dir die Fahrzeugpapiere geben.
- 5. Erst Platzvertrag, dann Geld: Zahl den Kaufpreis erst, wenn dein eigener Vertrag mit dem Platz unterschrieben ist.
Ob der Preis passt, prüfst du mit unserem Ratgeber Wohnwagen-Wert ermitteln. Wie du bei privaten Käufen sicher bezahlst, steht unter Sicher handeln.
Welche Vor- und Nachteile hat Dauercamping?
Dauercamping lohnt sich, wenn du oft an denselben Ort fährst, und wird teuer, wenn du lieber flexibel reist. Die wichtigsten Punkte im Überblick:
Dauercamping: Vor- und Nachteile im Überblick
| Vorteile | Nachteile |
|---|---|
| Kein Packen, Kuppeln und Rangieren, du fährst mit dem Auto hin und bist da | Du bist an einen Ort gebunden, andere Reisen kosten extra |
| Im Rechenbeispiel ab rund 48 Nächten günstiger als einzelne Nächte in der Hauptsaison | Die Fixkosten laufen weiter, auch wenn du wenig Zeit hast |
| Vorzelt, Terrasse und Gartenmöbel bleiben die ganze Saison stehen | Anbauten nur mit Genehmigung, ein Rückbau geht auf deine Kosten |
| Der Wohnwagen fährt kaum noch, eine Abmeldung ist möglich, wenn der Platz zustimmt | Kein Kündigungsschutz wie bei einer Wohnung, Preise können steigen |
| Günstiger Einstieg mit einem gebrauchten Wohnwagen | Verkauf auf dem Platz nur mit Zustimmung des Betreibers, teils mit Provision |
| Feste Nachbarn und vertraute Umgebung | Platzordnung und Nachbarschaft prägen deinen Alltag |
Wie findest du den passenden Dauerplatz?
Schau dir mehrere Plätze vor Ort an und lass dir Preisliste, Vertrag und Platzordnung vorab geben. Diese Checkliste hilft dir dabei:
- 1. Vollständige Preisliste anfordern: Platzmiete, Strom, Zählermiete, Wasser, Müll, Personen, Besuch, Hund und Kaution.
- 2. Vertrag lesen: Laufzeit, automatische Verlängerung, Kündigungsfrist und wann die neuen Preise feststehen.
- 3. Platzordnung prüfen: Was gilt für Vorzelt, Zaun, Gerätehaus, Terrasse und Untervermietung?
- 4. Technik klären: Wie ist der Strom abgesichert, gibt es Wasser und Abwasser an der Parzelle?
- 5. Winter erfragen: Ist der Platz geschlossen, darfst du trotzdem hin, und wann wird das Wasser abgestellt?
- 6. Gemeinde anrufen: Fallen Kurbeitrag oder Zweitwohnungsteuer an?
- 7. Verkaufsregeln kennen: Wie läuft es, wenn du in einigen Jahren aufhören willst?
- 8. Fahrtzeit testen: Fahr die Strecke einmal im Freitagsverkehr, denn ein Platz zu weit weg wird selten genutzt.
- 9. Mit Nachbarn reden: Dauercamper vor Ort wissen, wie oft die Preise gestiegen sind.
Weitere Kriterien für die Platzwahl findest du im Ratgeber Campingplatz finden.
Was gilt beim Dauercamping im Winter?
Manche Plätze schließen im Winter, andere stellen das Wasser nur bei frostfreiem Wetter an. Für den Frostschutz deines Wagens bist du in der Regel selbst verantwortlich.
In Ensdorf läuft der Vertrag bis Ende März, geöffnet ist der Platz in der Regel aber nur vom 1. April bis 31. Oktober. Im Südsee-Camp gibt es im Winter Frischwasser nur ohne Frostgefahr, Frostschäden an den Wasserzählern zahlt der Mieter. Fürs reine Abstellen ohne Nutzung verlangt Mainhausen 175 Euro für bis zu 6 Monate.
Für dich gibt es zwei Wege:
- Im Winter nutzen: Dann brauchst du eine Heizung mit genug Gas, einen frostsicheren Wasseranschluss und ein Vorzelt, das Schnee aushält. Was dabei wichtig ist, steht im Ratgeber Wintercamping in Deutschland.
- Einwintern: Wasser komplett ablassen, Gas sichern, Batterie versorgen und gegen Feuchtigkeit vorbeugen. Die einzelnen Schritte zeigt dir unser Ratgeber Wohnwagen winterfest machen.
Für ein Mobilheim zählen vor allem Dämmung, Heizung und frostsichere Leitungen, mehr dazu unter Mobilheim winterfest. Ein Sommervorzelt baust du vor dem ersten Schnee besser ab. Die ADAC Campingversicherung nennt Schneelast ausdrücklich als versichertes Risiko, prüf das in deinem Vertrag.
Unser Fazit: Erst die Jahreskosten rechnen, dann unterschreiben
Dauercamping ist eine schöne Art, viele Wochenenden ohne Packen und Rangieren im Grünen zu verbringen. Günstig ist es aber nur, wenn du den Platz oft nutzt. Plane mit 1.500 Euro und mehr im Jahr und hol dir vor der Unterschrift die komplette Preisliste. Prüf den Vertrag auf Laufzeit, Kündigungsfrist und Preisanpassung und frag bei der Gemeinde nach Kurbeitrag und Zweitwohnungsteuer.
Bei einer Übernahme gilt: erst der Vertrag mit dem Betreiber, dann der Kaufpreis an den Vorbesitzer. Und lass dir jede Holzterrasse und jeden Zaun schriftlich bestätigen. Einen passenden Wohnwagen findest du unter Wohnmobile und Wohnwagen auf Campuna, weitere Tipps rund ums Camping in unserem Ratgeber-Bereich.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was kostet Dauercamping im Monat?
Ist Strom beim Dauercamping im Preis enthalten?
Kann man einen Dauercampingplatz kaufen?
Müssen Dauercamper Kurtaxe zahlen?
Darf ich meinen Wohnwagen auf dem Dauerplatz abmelden?
Quellen & Transparenz
- Südsee-Camp: Jahresplätze, Vertragliche Vereinbarungen 2026 (09.09.2025)
- Gemeinde Mainhausen: Gebührenordnung für Campingplatz und Badeseen (gültig ab 01.01.2023)
- Campingplatz Ensdorf: Preisliste und Mietvertrag Saison 2026/2027
- Stadt Bruchköbel: Beschlussvorlage DS-225/2023, neue Preise für Dauercampende (17.11.2023)
- Schleswig-Holstein: Camping- und Wochenendplatzverordnung (CWVO) vom 30.05.2022
- Verfassungsgericht des Landes Brandenburg: Beschluss vom 30.09.2010, VfGBbg 23/10, zu Dauercampingstellplatzverträgen
- Stiftung Warentest: Dauercamper, Zweitwohnungssteuer auf dem Campingplatz (21.03.2017)
- Stadt Waischenfeld: Satzung zur Erhebung eines Kurbeitrages (zuletzt geändert 08.04.2025)
- ADAC: Campingversicherung für Standfahrzeuge, Tarife und Leistungen
- ARAG: Dauercamping, das sollten Sie wissen (aktualisiert 21.08.2026)
- PiNCAMP by ADAC: Campingplatz-Kosten, so teuer ist der Campingurlaub wirklich (26.03.2026)
Campuna-Redaktion
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